Der Osten hat sich eingependelt

Erstmals seit 1990 wandern fast keine Ostdeutschen mehr in den Westen aus - ein Erfolg ist das nicht

  • Von Grit Gernhardt
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Abwanderung gestoppt! So der Jubelschrei der Regierung beim aktuellen Bericht zum Stand der Deutschen Einheit. Die Realität sieht anders aus: Hunderttausende Ostdeutsche pendeln für den Job.

Im Osten boomt die Wirtschaft, sinkt die Arbeitslosigkeit und die Menschen wandern nicht mehr in die alten Bundesländer aus - geradezu euphorisch muten die Ergebnisse des diesjährigen Berichts zum Stand der Deutschen Einheit an, den das Bundeskabinett am Mittwoch beschloss. Das liege aber am »rein westlichen Blickwinkel«, aus dem der Bericht die ostdeutsche Entwicklung betrachte, kritisierte der Bundesgeschäftsführer der LINKEN, Matthias Höhn: »Dass nach über 20 Jahren massiver Abwanderung aus dem Osten die Zahl der Abwandernden zurückgeht, ist mathematisch nicht verwunderlich und ändert rein gar nichts daran, dass vorwiegend junge Menschen im Osten keine Perspektive haben und sich früh in Richtung Westen orientieren«, fasste er die Realität zusammen.

Laut dem Regierungsdokument zogen 2012 etwa 2000 Menschen weniger in den Osten Deutschlands als von dort weg. Zwischen 2000 und 2005 waren noch rund 66 000 Ostdeutsche jährlich m...

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