Fokke Joel 23.11.2013 / Literatur
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Natur und Armut

Iwan Bunin öffnet uns die Welt des russischen Dorfes noch einmal neu

Das russische Dorf! Ach, was kommt einem nicht bekannter vor als dieser Ort! Obwohl man nicht auf dem Land lebt und schon gar nicht in Russland, meint man zu wissen, wie es dort zugeht. Beziehungsweise zugegangen ist, denn dieses Dorf ist ja, wenn man anfängt, genauer darüber nachzudenken, schon über hundert Jahre alt. Und es existiert auch nur in der Literatur, bei Dostojewski oder Tolstoi etwa oder bei Tschechow.

Doch dann liest man Bunin, liest seine Erzählungen im Band »Gespräch in der Nacht« und denkt, wie wenig man in Wirklichkeit über dieses Dorf weiß, ja, wie wenig man darüber wissen kann. Man stellt fest, dass bei Bunins älteren Schriftstellerkollegen die arme Landbevölkerung eher in Nebenrollen auftaucht, selten individualisiert, meist als typisierte Figuren. Ausnahmen, wie Tschechows Erzählung »Die Steppe«, bestätigen da die Regel.

Bunins Bauern und Landarbeiter sind dagegen differenziert geschilderte Persönli...

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