»Wir wissen, dass sie scheitern werden …«

Argentiniens langjährige Zentralbankpräsidentin Mercedes Marcó del Pont über die europäische Austeritätspolitik und Lehren aus der Krise im eigenen Land

Die am 28. August 1957 in der Hauptstadt Buenos Aires geborene Argentinierin Mercedes Marcó del Pont studierte, angeregt durch ihr soziales Interesse, Ökonomie und erhielt 1987 ihren Doktortitel in Yale in den USA. Sie ist Mitglied von »Plan Fénix«, einer Gruppe argentinischer Ökonomen, die in den 90ern Jahren gegen die Erdöl-Privatisierungspolitik und den Konvertibilitätsplan des damaligen Finanzministers Domingo Cavallo in Argentinien kämpfte. Cavallo band 1991 den argentinischen Peso per Gesetz an den Dollar und legte damit den Grundstein für die spätere Wirtschaftskrise, da sich die wirtschaftliche Entwicklung Argentiniens massiv von der in den USA unterschied. Politisch engagiert ist Marcó del Pont in der »Frente para la Victoria« (FpV), der Partei der aktuellen Regierung von Cristina Fernández de Kirchner. Sie war Bundesparlamentsabgeordnete (2005-2008), Präsidentin der Nationalbank Argentiniens (2008-2010). Seit 2010 amtierte sie bis zur Regierungsumbildung Anfang dieser Woche als Präsidentin der Zentralbank Argentiniens. Sie ist die erste Frau Argentiniens und eine der wenigen weltweit, die jemals an der Spitze einer Zentralbank standen. Mit ihr sprach für »neues deutschland« Esther Andradi.

nd: Häufig wird gesagt, dass die Wirtschaft der »Motor des Lebens« ist. Teilen Sie diese Auffassung?
Mercedes Marcó del Pont: So würde ich das nicht sagen. Ich habe Wirtschaft studiert, weil ich sozial sehr interessiert war. Die Wirtschaft habe ich immer als ein Instrument gesehen. Und man muss sie so nehmen, wie sie ist, nämlich eindeutig als eine Sozialwissenschaft, obwohl sie für lange Zeit quasi als Naturwissenschaft behandelt wurde. Außerdem ist es wichtig, den ursprünglichen Sinn der Wirtschaftswissenschaften zurück zu erobern: Über Wirtschaftspolitik im Dienste politischer definierter Projekte nachzudenken.

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