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»Rosa Röhre« am Landwehrkanal wird saniert

Wüstenrot Stiftung und TU Berlin unterzeichnen Sanierungsvereinbarung

  • Von Niklas Wuchenauer
  • Lesedauer: 2 Min.

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Der »Umlauftank UT2« am Tiergartenufer ist vielen Berlinern wegen seiner 120 Meter langen rosafarbenen Rohrschleife ein Begriff. Bauschäden machen eine Sanierung des 60er-Jahre-Baus nötig.

Noch heute überraschen die knallig rosafarbenen Rohre die in der S-Bahn vorbeirauschenden Pendler. Wie eine riesige Installation ragen sie zwischen der im Sommer grünen Landschaft des Tiergartens hervor - fast ist man froh, auf den zweiten Blick die Rostspuren zu identifizieren, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben: Nein, hier ist keine übermenschliche Maschine zum Leben erwacht. Es handelt sich »nur« um einen Forschungsgebäude - irgendwo zwischen Industriebau und PopArt. Mit der Unterzeichnung der Sanierungsvereinbarung zwischen der gemeinnützigen Wüstenrot Stiftung und der TU Berlin vergangenen Freitag ist sichergestellt, dass der außergewöhnliche Bau der Stadt weiterhin erhalten bleibt.

Das zwischen 1967 und 1974 vom Architekten Ludwig Leo errichtete Gebäude erlangte noch zu Lebzeiten seines Erbauers große Beachtung bei seinen Studenten und dem Fachpublikum. Schon 20 Jahren nach der Eröffnung wurde der Umlauftank unter Denkmalschutz gestellt wurde - für Baudenkmäler eine sehr kurze Zeit.

Errichtet wurde die Anlage für als Teil der »Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau Berlin«. Für Strömungsversuche mit Schiffsmodellen wurde der Rohrkreislauf geplant, in dem riesige Wassermassen beschleunigt werden können. Über die Jahre haben sich nun eine ganze Reihe von Bauschäden angesammelt, die Sanierungsarbeiten nötig machen, um das Gebäude zu erhalten. So sind einige der metallenen Fassadenelemente schon so verrostet, dass Wasser ins Innere zu gelangen droht.

Derzeit ist noch nicht mal ein Termin für den Beginn der Arbeiten bekannt. Und trotzdem ist der »UT2« für Denkmalpfleger schon jetzt ein Positivbeispiel, wie Baudenkmäler nicht nur erhalten, sondern auch wieder mit Leben gefüllt werden können.

So äußert sich auch Philip Kurz, Geschäftsführer der Wüstenrot Stiftung, die die 3,5 Millionen Euro teure Sanierung plant und finanziert: »Es ist für uns ein unglaublicher Glücksfall, dass das Gebäude zum einen kaum Umbauten oder Zerstörungen über sich ergehen lassen musste und heute fast noch im Originalzustand ist. Genauso wichtig ist uns aber auch, dass die TU Berlin zugesagt hat, die Anlage im ursprünglichen Sinne langfristig weiterzunutzen.« Anders als bei der Umnutzung von Denkmälern bleibe so nicht nur die äußere Fassade erhalten.

Auch die Innenausstattung und -räume können weiterhin das Werk Leos und die träumerische Fortschrittsbegeisterung der 60er und 70er Jahre dokumentieren.

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