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Weltweites Sterben

In Chinas Süden werden Plantagen mittlerweile per Hand bestäubt, weil die Insekten fehlen

Im Sommer 2008 starben am Oberrhein innerhalb weniger Wochen 300 Millionen Bienen. Das ist kein Einzelfall.

Seit der Jahrtausendwende ist weltweit ein massives Bienensterben zu beobachten. Zunächst in Nordamerika weitete sich das Phänomen unter dem Namen »Colony Collapse Disorder« (CCD) nach dem Winter 2006/2007 aus. Symptome sind das Fehlen der erwachsenen Bienen im Stock. Die Brut, junge Bienen, Honig und Pollen sind dagegen noch vorhanden. In anderen Fällen kam es zu klaren Vergiftungen durch Pestizide. Generell sind die Ursachen nicht vollständig geklärt. 2011 hat das UN-Umweltprogramms UNEP einen Bericht veröffentlicht, der zeigt, dass mittlerweile mehrere Kontinente betroffen sind. Die UN warnen, in manchen Gegenden der industrialisierten nördlichen Erdhalbkugel seien in den vergangenen Jahren bis zu 85 Prozent der Bienenschwärme Krankheiten oder der Umweltverschmutzung zum Opfer gefallen.

In Europa berichten einzelne Imker bereits seit 1998 über plötzliches Völkersterben. Im Sommer 2008 gingen am Oberrhein innerhalb weniger Wochen 330 Millionen Bienen ein, nachdem sie mit pestizidbehandelten Pflanzen in Berührung gekommen waren. Betroffen sind neben Deutschland auch Frankreich, Belgien Schweiz, Großbritannien, Niederlande, Italien und Spanien. Nach EU-Angaben ist die Anzahl der Bienenvölker in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Deutschland um 25 Prozent, in der Schweiz um fast 50 Prozent gesunken. Auch Österreich, Spanien und Polen vermelden sehr hohe Verluste.

Aus Nordamerika kamen seit 2000 verstärkt Meldungen über massives Bienensterben. 2006/2007 berichteten 29 Prozent von 577 landesweit befragten Imkern über Phänomene, die unter CCD fallen. Sie verloren dabei rund 75 Prozent ihrer Völker. Im März 2007 waren die Hälfte aller Bundesstaaten davon betroffen. Seit 1947 hat sich nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums der Bienenbestand in den USA von sechs Millionen Völkern auf 2,5 verringert. Als Folge dieses Verlustes werden heute ganze Bienenvölker durchs Land gekarrt und für die verschiedenen Ernten eingesetzt. Bei dieser Wanderimkerei werden ein Großteil der etwa 2,4 Millionen Bienenstöcke jedes Jahr über 10 000 Kilometer mit Tiefladern transportiert.

Aus Afrika berichten nach UN-Angaben bisher nur Imker aus Ägypten über Bienensterben, das vor allem entlang des Nils beobachtet wurde.

China hat etwa sechs Millionen Bienenkolonien. In den vergangenen Jahren beobachten Imker zahlreiche Krankheitssymptome und das Sterben ganzer Völker. Im Süden werden Plantagen bereits mühsam manuell bestäubt. In Japan sind 25 Prozent der Imker von plötzlichen Verlusten betroffen.

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