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Tiefdruckgebiete statt Altweibersommer

Der Herbst 2013 war geprägt von reichlich Regen und zu wenig Sonne: ein meteorologischer Rückblick

In diesem Jahr kam der Herbst, der für die Meteorologen am Sonnabend zu Ende ging, sehr wechselhaft und somit für die Jahreszeit typisch daher. Der Winter meldete sich bereit am 11. Oktober.

Am 30. November endete in Deutschland der Herbst, zumindest aus Sicht der Meteorologen, für die jede Jahreszeit drei komplette Monate umfasst. Eine solche Einteilung stimmt in der Regel besser mit den charakteristischen Klimabedingungen überein als das astronomische Schema, wonach der Herbst erst am 20. Dezember endet.

Wer nach dem trockenen und sonnenscheinreichen Sommer dieses Jahres einen ebensolchen Herbst erwartet hatte, wurde enttäuscht. Hochdruckgebiete bestimmten nur für wenige Tage unser Wetter. Selbst der klassische Altweibersommer blieb mehr oder weniger aus. Stattdessen sorgten Tiefdruckgebiete für eine wechselhafte Witterung, wie sie für den Herbst durchaus typisch ist. Gleichwohl gab es auch in diesem Jahr einige markante Wetterereignisse. Zu nennen wären hier der recht frühe und heftige erste Wintereinbruch am 11. Oktober im Alpenraum sowie der Orkan »Christian«, der am 28. Oktober mit Windspitzen von mehr als 170 Stundenkilometern vor allem an der Nordseeküste tobte.

Wie der in Offenbach ansässige Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt, lag die Durchschnittstemperatur im Herbst 2013 bei 9,5°C und damit um 0,7 Grad über dem Klimawert der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 1990 betrug die Abweichung 0,5 Grad. Damit fiel der Herbst zum dritten Mal in Folge etwas zu warm aus.

Die höchste Temperatur des diesjährigen Herbstes wurde am 5. September in Geilenkirchen (Nordrhein-Westfalen) gemessen: 34,0°C. So warm war es dort im Herbst seit Beginn der Wetteraufzeichnungen nicht. Tags darauf gab es im Westen Deutschlands weitere Temperaturrekorde für die Jahreszeit, so in Duisburg mit 33,4°C, in Düsseldorf mit 32,9°C und in Köln mit 32,8°C. Die tiefste Herbsttemperatur meldete Reit im Winkl in Oberbayern. Hier sank das Quecksilber am 28. November bei geschlossener Schneedecke auf minus 15,9°C.

Mit rund 230 Litern pro Quadratmeter übertraf der Herbst 2013 sein Niederschlagsmittel von 183 Litern pro Quadratmeter recht deutlich. Dadurch war es in Deutschland fast überall zu nass. Die meisten Niederschläge wurden im Saarland, in den Alpen und im Schwarzwald gemessen.

Aber auch in erfahrungsgemäß eher trockenen Regionen wie dem östlichen Harzvorland registrierte der Deutsche Wetterdienst ein beachtliches Niederschlagsplus. In Quedlinburg in Sachsen-Anhalt fielen rund 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Damit wurde der Normalwert für den Herbst um mehr als das Doppelte übertroffen. Ab dem 20. November gingen die Niederschläge zunehmend in Schnee über, so dass sich in den Mittelgebirgen und den Alpen verbreitet eine geschlossene Schneedecke bilden konnte.

Mit einer Sonnenscheindauer von etwa 270 Stunden verfehlte der Herbst 2013 sein langjähriges Mittel um 12 Prozent. In den letzten beiden Jahren waren die Herbstmonate deutlich sonniger ausgefallen. Am längsten freundlich war es diesmal im Norden, namentlich an der Ostseeküste. Hier konnten sich die Menschen rund 350 Stunden an der Sonne erfreuen. In den Mittelgebirgen schien diese dagegen vielerorts nicht länger als 200 Stunden.

Einige selbsternannte Wettergurus sind schon jetzt dabei, etwa aus dem Hundertjährigen Kalender abzuleiten, ob der soeben begonnene Winter streng ausfallen und ob zu Weihnachten Schnee liegen wird. Aus Sicht der Wissenschaften gibt es für solche langfristigen Vorhersagen keine Grundlage. »Das Wetter ist einfach zu chaotisch - noch ist alles möglich«, sagt DWD-Meteorologe Andreas Friedrich.

Eines allerdings habe sich in den vergangenen 60 Jahren nicht nennenswert verändert: die Weihnachts-Schneewahrscheinlichkeit für verschiedene Regionen. Sie beträgt zum Beispiel in München 40, in Berlin 20 sowie an den Küsten und am Rhein lediglich 10 Prozent. Nur die Alpen gelten hierzulande als schneesicher. Hier sind die Festtage immer weiß.

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