Licht am Ende des Tunnels

Christin Odoj über Berlin, das Haushaltswunderland

Wie hat es ein Politiker der Piraten mal so schön euphemistisch ausgedrückt, als es um die genaue Schuldenhöhe der Hauptstadt ging? »Es sind viele viele viele Millionen«. So genau will man das auch langsam nicht mehr wissen. Dafür überschlagen sich jetzt die guten Nachrichten. Erst heißt es, Berlin könne es tatsächlich schaffen, schon ab 2014 ohne neue Kredite auszukommen, jetzt werden auch noch fast eine halbe Milliarde Euro an Miesen zurückgezahlt. Und alles wegen der niedrigen Zinsen, der guten Konjunktur und weil der Bund beim Hartz IV aushilft.

Aber das Licht am Ende des Tunnels ist auch oft nur der herannahende Zug. Denn auf die Hauptstadt kommt noch so einiges zugerollt, weshalb es sich lohnen würde, ordentlich was zur Seite zu legen. Ein Ende des Desasters BER ist weder finanziell noch bautechnisch irgendwie abzusehen. Wer weiß, was beim Stadtschloss noch unkalkuliert oben drauf kommt. Die als »viele viele Schulden« bezifferten 63 Milliarden Euro wachsen im schlimmsten Falle auf locker 70 Milliarden an, rechnet man die Bürgschaften des Landes mit ein. Außerdem erwarten uns ab 2016 jährlich rund 4000 zusätzliche Rentner im öffentlichen Dienst, die alle einen Anspruch auf Pensionen haben. Wie viel das genau ist? Geschätzt: Viele viele viele Euros.

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