Ringstorff und die Blockflöten

In Schwerin wurde 1998 die erste »echte« rot-rote Regierung gebildet

  • Von Velten Schäfer
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

1994 wurde Rot-Rot in Schwerin noch von SPD-Chef Rudolf Scharping torpediert, 1998 erfolgte der Tabubruch auf Landesebene. Zumindest der SPD hat das nie geschadet.

Die Wellen schlugen noch hoch, als der damalige Nordost-SPD-Chef Harald Ringstorff 1994 ankündigte, ähnlich wie in Magdeburg eine Minderheitsregierung zu erwägen, die von der PDS hätte toleriert werden müssen. In der Bonner Parteizentrale, in der damals Rudolf Scharping das Zepter führte, war man alarmiert. Den Schweriner Sozialdemokraten müssen die Ohren geklingelt haben vor lauter Einmischung. Ringstorff wehrte sich zwar - bekannt wurde seine Aussage, es gelte in der Partei nicht das »Führerprinzip«. Zunächst musste er aber trotzdem einlenken. Die rot-roten Gespräche ließ er unter anderem mit der Forderung torpedieren, die PDS müsse sich zuvor von der »Kommunistischen Plattform« trennen.

Ringstorff wurde statt Ministerpräsident zunächst also nur Juniorpartner des CDUlers Bernd Seite, der mit Unterstützung des damaligen CDU-Fraktionschefs Eckhardt Rehberg nach nur zwei Jahren den ersten Nachwende-Regierungschef Alfred Gomolka...


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