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Gemeinsam für den Netzausbau

Forum will demokratischere Trassenplanung

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Rund 60 Akteure zählt das Forum Netzintegration. Sie wollen den Netzumbau umwelt- und anwohnerfreundlich machen.

Für Oliver Feix hatte Orkan »Xaver«, der am Donnerstag und Freitag über Norddeutschland hinwegfegte, auch eine gute Seite. »Bei diesem Sturm sind wir am oberen Ende«, erklärt der Sprecher der Übertragungsnetzgesellschaft 50Hertz. Von rund 13 000 Megawatt installierter Windenergieleistung, die am Netz der Gesellschaft sind, würden derzeit 10 500 Megawatt tatsächlich Strom erzeugen.

Doch die Elektrizität aus Wind und Sonne muss auch zu ihren Verbrauchern kommen. Damit dies klappt, werden bundesweit die Übertragungsnetze aus- und umgebaut. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) möchte, dass diese Infrastrukturprojekte möglichst natur- und sozialverträglich gestaltet werden und initiierte deswegen vor drei Jahren das Forum Netzintegration. Am Freitag stellte das Forum mit dem »Plan N2.0« seine Empfehlungen an die Politik vor.

Das über hundert Seiten starke Papier schrieb die DUH nicht alleine mit anderen Umweltverbänden und besorgten Bürgerinitiativen. Unter den rund 60 Unterzeichnern befinden sich auch etliche Unternehmen aus der Stromwirtschaft. Mit 50Hertz und Tennet sind zwei Übertragungsnetzgesellschaften vertreten.

Eine Forderung, auf die sich alle Unterzeichner einigen konnten, ist eine bessere Bürgerbeteiligung bei der Planung von Stromtrassen. So sollen die betroffenen Bürger und Gemeinden beim formalen Planverfahren frühzeitig beteiligt und auch schon im informellen Verfahren informiert und gehört werden. Zudem sollen Trassenanrainer in ihrem Wohnumfeld besser geschützt und die ökologische Trassenpflege im Sinne des Naturschutzes ausgeweitet werden. »Da gibt es oft Kahlschlag«, meint Peter Ahmels, Experte für erneuerbare Energien bei der DUH.

So unterschiedlich die Akteure des Forums Netzintegration sind, so unterschiedlich sind auch ihre Motivationen. »Durch den ständigen Austausch und Dialog mit den unterschiedlichen Akteuren ist bei allen Beteiligten ein besseres Verständnis über den jeweils anderen gewachsen«, meint Oliver Feix von 50Hertz diplomatisch. Heinz-Jürgen Siegel von der niedersächsischen Bürgerinitiative Delligsen will hingegen als Betroffener ernst genommen werden. Er berichtet: Für die in seiner Nachbarschaft geplante Trasse gab es erst einen Monat vor dem Planfeststellungsverfahren eine Informationsveranstaltung. »Das kann man als Akzeptanzmanagement, aber nicht als Bürgerbeteiligung verstehen«, so Siegel.

Bei so manchen Wünschen kamen die am Forum beteiligten bislang auch noch nicht zusammen. Meist geht es da um Kostenfragen. So bevorzugt Siegels Bürgerinitiative die Erdkabelverlegung. Feix hingegen möchte dies nur »mit Augenmaß«. Schließlich könnte es auch kostenmäßig ausarten, wenn man Erdkabel immer mehr als »Allheilmittel« nehme, um schwierige Fragen zu umschiffen.

Eine solche schwierige Frage, die man bei der Vorstellung des »Plans N2.0« zunächst umschiffen wollte, war die Frage, wie das Stromnetz der Zukunft nun aussehen solle. Siegel will da »so wenig Netz wie möglich« haben. »Wir werden um starke Nord-Süd-Trassen nicht herumkommen«, verteidigte Feix hingegen die in die Kritik geratenen Megaprojekte. Denn irgendwie muss ja der Strom aus dem windreichen Norden in den energiearmen Süden kommen.

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