Einfach den Stecker ziehen?

Ilija Trojanow über die Notwendigkeit weltweiten Protestes gegen die Generalüberwachung

Ilija Trojanow ist Initiator des Aufrufs gegen Überwachung und für die Einhaltung der Bürgerrechte im digitalen Zeitalter, den weltweit über 500 Publizisten unterzeichneten. Der 1965 in Sofia geborene, 1971 nach Deutschland übergesiedelte und heute in Wien lebende Schriftsteller (u. a. »Der Weltensammler«) hat mit seiner Kollegin Juli Zeh bereits im Oktober einen Offenen Brief an die deutsche Bundeskanzlerin geschrieben, der zu Reaktionen der Politik auf den NSA-Ausspähskandal aufforderte. Der Brief blieb unbeantwortet. Gemeinsam mit Juli Zeh hat Trojanow zudem schon 2009 - gleichsam prophetisch - das Buch »Angriff auf die Freiheit. Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und der Abbau bürgerlicher Rechte« verfasst. In diesem Herbst erschien aus seiner Feder »Der überflüssige Mensch« (Residenz, 96 S., geb., 16,90 €). Mit Trojanow sprach Karlen Vesper.

nd: Sie haben persönlich leidige Erfahrungen mit der NSA gemacht, durften im Oktober nicht in die USA zu einem Germanistenkongress in Denver einreisen. Weil Sie die weltweiten Ausspähaktionen der National Security Agency geißelten?
Ilija Trojanow: Das ist meine Vermutung. Ich erhielt keine Begründung. Die US-amerikanische Botschaft teilte mir nur mit, man dürfe mir die Motive aus rechtlichen Gründen nicht nennen.

Aus rechtlichen Gründen? Das klingt ja zynisch in diesem Kontext.
Das Problem ist vor allem, wenn einem einmal die Einreise verweigert wurde, gilt man quasi als vorbestraft. Unternimmt man einen neuen Anlauf - wozu ich mich entschieden habe, weil ich neugierig bin und weil ich auf meine Rechte bestehe - muss man eine extrem umständliche Prozedur in Kauf nehmen. Die einladenden Veranstalter müssen bei der Security anfragen, die ihr Okay geben muss. Man selbst muss sich bei der Botschaft zu einem Gespräch oder einer...

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