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Energienotstand in Buenos Aires

Rekordhitze in Argentiniens Millionenmetropole sorgt für Stromausfälle und Proteste

  • Von Jürgen Vogt, Buenos Aires
  • Lesedauer: 2 Min.

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Die anhaltende Hitze in Buenos Aires treibt empörte Anwohner auf die Straßen. Sie protestieren dagegen, dass die Stromversorgung nur schleppend wiederhergestellt wird.

Eine seit zwei Wochen anhaltende Hitzewelle hält die Bewohner der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires in Atem. Nach Angaben der Stadtverwaltung stöhnen bis zu 800 000 Menschen unter täglichen Höchsttemperaturen von bis zu 38 Grad Celsius. Seit Tagen sind sie zudem in ihren Wohnungen und Geschäften ohne Strom und Wasser. Da Häuser und Gebäude eigene Wassertanks auf den Dächern haben, ist beim Ausfall der elektrischen Pumpen nämlich auch die Wasserversorgung unterbrochen. Nach Angaben der Meteorologen werden die hohen Temperaturen noch mindestens bis ins neue Jahr andauern.

In einigen Stadtvierteln ist die Stromversorgung seit 15 Tagen unterbrochen. Mancherorts mussten ältere Menschen von Rettungskräften aus den oberen Stockwerken von Hochhäusern geholt werden. Zwar hat Bürgermeister Mauricio Macri am Sonnabend den Energienotstand ausgerufen, aber die Zuständigkeit für die Stromversorgung liegt bei den privaten Versorgerunternehmen und der Zentralregierung. Die Stadtverwaltung gab auf ihrer Internetseite Gesundheitstipps zum Umgang mit der Hitze.

Seit Tagen protestieren empörte Anwohner mit Straßenblockaden und Kochtopfkonzerten gegen die ungenügende Stromversorgung. Neben wichtigen Durchgangsstraßen werden auch Autobahnen und die Gleise der Vorstadtzüge mit brennenden Barrikaden zeitweise gesperrt. Bei einer der Blockadeaktionen wurde vergangenen Dienstag ein Anwohner von einem Polizisten erschossen.

Die Regierung macht die privaten Stromversorger für die Stromausfälle verantwortlich. Kritiker dagegen geben der Subventionspolitik der Regierung die Schuld. Eingefrorene und hochsubventionierte Strompreise verlangten den Privathaushalten kein Energiesparverhalten ab und böten zudem privaten Betreibern keine Investitionsanreize. Argentinien leidet seit Jahren unter einem strukturellen Energiedefizit, das immer bei extremen Wetterlagen zu Stromausfällen und Abschaltungen führt.

Der heißeste Dezember seit 43 Jahren treibt den Stromverbrauch auf immer neue Rekordhöhen. Vor allem der Konsum der fast überall installierten Klimaanlagen und Ventilatoren überlastet die veralteten Kabelnetze und lässt sie zusammenbrechen.

Private Stromrechnungen werden in Buenos Aires seit über zehn Jahren zu gut zwei Drittel vom Staat subventioniert. Gelegentliche Versuche, die Subventionen zu kürzen, wurden rasch wieder eingestellt. Bewusstes Energiesparen ist kaum verbreitet. Dagegen sind auf Hochtouren laufende Klimaanlagen bei offen Ladentüren in den Einkaufsstraßen der Hauptstadt keine Seltenheit.

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