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Sammlung von Gurlitt kein Einzelfall

Raubkunst

Die in München bei dem Kunsthändler-Sohn Cornelius Gurlitt entdeckte Kunstsammlung ist nach Einschätzung des Solinger Museumsdirektors Rolf Jessewitsch kein Einzelfall. »Es gibt noch mehr Sammlungen, die mehr oder weniger bekannt sind«, sagte Jessewitsch der Nachrichtenagentur dpa. Auch in Frankreich lagerten noch etwa 2000 Raubkunst-Objekte in verschiedenen Depots. »Und es gibt auch bei uns Depots, die noch nicht geöffnet sind.« In Expertenkreisen sei es bekanntgewesen, dass Gurlitt eine Sammlung besitze. »Natürlich war niemand in der Wohnung, aber durch Kontakte und Bildverkäufe wurde deutlich, dass Cornelius Gurlitt eine Sammlung mit namhaften Bildern hat«, sagte Jessewitsch. »Der Name Gurlitt war vielen Personen im Kunstbetrieb bekannt.«

In der Münchner Wohnung von Cornelius Gurlitt hatten Ermittler die verschollen geglaubte Sammlung seines Vaters Hildebrand Gurlitt beschlagnahmt, der einer von Hitlers Kunsthändlern war. Darunter sind Werke von Picasso, Chagall, Matisse, Beckmann und Nolde. Fast 600 Bilder stehen im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein.

Jessewitsch leitet das Kunstmuseum Solingen mit einer einzigartigen Sammlung von Werken heute fast vergessener Künstler der Avantgarde, die die Nazis als »entartet« verfemt hatten. dpa

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