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Mit dem Helikopter aus dem Eis

Alle Passagiere des in der Antarktis festsitzenden Schiffs gerettet

Erst neun Tage Warten im Polareis, dann Bangen um die Tragfähigkeit der Eisdecke: Dann steigt die Rettungsaktion in der Antarktis. Nach Hause können die Passagiere aber noch lange nicht.

Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen sind die Passagiere des seit Heiligabend in der Antarktis festsitzenden russischen Forschungsschiffs »Akademik Schochalskij« gerettet worden. Die 52 Passagiere seien per Hubschrauber zu dem australischen Eisbrecher »Aurora Australis« geflogen worden, teilte die australische Schifffahrtsbehörde AMSA mit. Expeditionsleiter Chris Turney zeigte sich erleichtert.

Die Geduld der 52 Wissenschaftler, Journalisten und Touristen sowie 22 Besatzungsmitglieder an Bord der »Akademik Schochalskij« war auf eine harte Probe gestellt worden: In den vergangenen Tagen gelang es Eisbrechern aus Australien, China und Frankreich nicht, sich einen Weg zu dem Schiff zu bahnen. Am Mittwoch hinderten Sturm und Regen dann die geplante Rettung per Hubschrauber. Auch am Donnerstag verzögerte sich zunächst der Start des zum chinesischen Eisbrecher »Xue Long« gehörenden Helikopters.

Die Passagiere wurden in Gruppen von bis zu zwölf Personen transportiert. Rund fünf Stunden, nachdem Expeditionsleiter Turney den Beginn der Bergung verkündet hatte, erklärte AMSA, alle Passagiere seien an Bord der »Aurora Australis« angekommen. Weitere Flüge waren nötig, um Ausrüstung und Gepäck vom russischen Schiff zu holen.

Turney drückte im Kurznachrichtendienst Twitter seine »große Erleichterung« über die gelungene Rettung aus: »Wir sind sicher auf der ›Aurora Australis‹ angekommen«, schrieb er. »Ein riesiges Dankeschön an die Chinesen und die Antarktis-Abteilung der australischen Regierung für ihre harte Arbeit.« Turney hatte zuvor auf Twitter Videoaufnahmen der Bergungsaktion veröffentlicht. Dort sind die Besatzungsmitglieder der »Xue Long« in orangefarbenen Overalls zu sehen, wie sie aus dem Hubschrauber steigen und über das Packeis laufen. Außerdem sieht man, wie Passagiere zum Hubschrauber gehen und dieser startet.

Der »Sydney Morning Herald«, der eine Reporterin an Bord des russisches Schiffes hatte, berichtete von der Erleichterung unter den Geretteten. Eine Frau sagte: »Es war eine emotionale Achterbahn.« Bis sie wieder festen Boden unter den Füßen haben, müssen sich die Passagiere noch einige Wochen gedulden: Auf der Reise nach Australien muss die »Aurora« an der australischen Forschungsstation Casey Antarctic Base auftanken. Die 22 Besatzungsmitglieder der »Akademik Schochalskij« bleiben an Bord, bis das Eis bricht und das Schiff eigenständig fahren kann.

Während des Wartens auf Hilfe hatten sich die Passagiere die Zeit mit Spaziergängen über Packeis, Spielen und Kursen für Erste Hilfe vertrieben. Sie nahmen auch ein Video auf, in dem sie ein Lied über ihr Abenteuer sangen. Außerdem schalteten sie sich per Video live zu der Silvesterfeier auf dem New Yorker Times Square. Die Passagiere hatten sich mit ihrer Reise auf die Spuren des australischen Forschers Sir Douglas Mawson und dessen Antarktis-Expedition 1911-1914 begeben. AFP/nd

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