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Ewig auf der Flucht

Rainer Maria Rilke war zeitlebens ein Getriebener, erst im Wallis fand er Ruhe zum Arbeiten und für die Seele

  • Von Heidi Diehl
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.
Rilkes Grab in Raron

René hat sie ihn genannt. René - »der Wiedergeborene«. Als solchen sah Sophie Rilke ihr am 4. Dezember 1875 in Prag geborenes zweites Kind. Ein Jahr zuvor war die ersehnte und innig geliebte Tochter nur eine Woche nach ihrer Geburt gestorben, nun sollte der Zweitgeborene diese Lücke füllen. René Karl Wilhelm Johann Josef Maria, wie er komplett hieß, litt schrecklich darunter, vor allem, weil er die ersten sechs Jahre Kleidchen und lange Haare tragen musste. Und er wurde von der Mutter wie ein Mädchen »aus gutem Hause« erzogen. So wie sie selbst einst, die aus einer wohlhabenden Prager Fabrikantenfamilie stammte.

Die familiäre Situation muss für den schmalen, schwächlichen Jungen schrecklich gewesen sein, einzig, wenn er zeichnete und dichtete war er glücklich. Ganz schlimm wurde es, als sich 1885 der gedemütigte und inzwischen von seiner Frau geschiedene Vater durchsetzte: René sollte endlich »ein Mann« werden und wurde deshal...


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