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Wie lange hält der Irrtum über einen Irrtum?

17 Jahre im Gulag. Ein Sohn bricht das Schweigen seines Vaters

  • Von Burga Kalinowski
  • Lesedauer: ca. 14.5 Min.

Der Berliner Kommunist Gabo Lewin saß von 1938 bis 1955 in verschiedenen Gulags. Sein Sohn Andrej Reder erzählt über die »Komandirowka« (Dienstreise) seiner Eltern in der Sowjetunion.

Der Schreibtisch stand am Fenster. Ganz hinten rechts in der oberen Schublade unter anderen Papieren lagen die Briefe. Gebündelt und verschnürt, zum Teil noch in Originalumschlägen mit den Briefmarken von damals, mit verblichenen Datumsstempeln, mit durchgestrichenen Adressen. Immer der gleiche Absender: Arno Arnold Gartigowitsch. Es ist der Name, unter dem Gabo Lewin aus Deutschland in der Sowjetunion lebte.

Briefe. Zeichen aus zerrissenen Zeiten. Nachrichten über den Kampf gegen Hunger, Kälte, infame Beschuldigungen. Dokumente der Selbstbehauptung und der durch nichts zu erschütternden Hoffnung auf den Aufbau der kommunistischen Gesellschaft später. Auf den Sieg über die Faschisten. Auf das Leben mit Frau und Kind nach dem Lager. Liebesbriefe aus dem Gulag.

1938 wird der deutsche Kommunist und Emigrant Gabo Lewin von der sowjetischen Geheimpolizei NKWD verhaftet und von einer Sonderkommission verurteilt. Die Anklage st...


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