Commons und Freiwilligkeit

Stefan Meretz über Formen von Kooperation und Selbstorganisation jenseits der Warenform

  • Von Stefan Meretz
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Eine Leserin fragte mich nach der ersten Kolumne: »Wenn jeder nur soviel arbeitet, wozu er Lust hat, wie soll eine Gesellschaft insgesamt ausgewogen funktionieren?« Gute Frage: Kann eine Gesellschaft auf Freiwilligkeit gründen? Oder braucht es nicht doch einen gewissen Zwang, um auch unattraktive Aufgaben erledigt zu wissen? Hier hilft ein Blick in eine wieder entdeckte Form der Kooperation: Commons.

Mit diesem englischen Begriff sind gemeinschaftlich hergestellte oder gepflegte Güter gemeint. Es geht dabei nicht um die Güter als solche, wie die deutsche Übersetzung »Gemeingüter« nahelegt, sondern es geht um die soziale Praxis. Wasser ist nur Wasser und wird erst dann zum Gemeingut, zu einem Commons, wenn sich eine Gemeinschaft um die Ressource kümmert. Das Kümmern, also das Herstellen und Erhalten, wird oft auch mit dem englischen Begriff Commoning bezeichnet. Wesentlicher Bestandteil des Commoning ist die Möglichkeit der Com...

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