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Der Punk und seine Freunde

Der Ex-Basketballstar Dennis Rodman spielt für Kim Jong Un in Nordkorea

Pjöngjang. Basketball-Punk Dennis Rodman ist mit einem ganzen Team ehemaliger NBA-Profis in Nordkorea zu einem Geburtstagsspiel für Machthaber Kim Jong Un angekommen. »Die Leute haben das für einen Witz gehalten«, sagte der Exzentriker bei seiner Ankunft in der Hauptstadt Pjöngjang der Nachrichtenagentur AP. Er mache das nicht für Ruhm und Geld, sondern um Kim anlässlich seines Geburtstages eine Freude zu bereiten.

Zu Ehren des Machthabers, der für den Tod zahlreicher Menschen verantwortlich sein soll, hatte der mittlerweile 52-jährige Rodman etliche ehemalige NBA-Profis im Schlepptau - allerdings keine Superstars aus der ersten Reihe. Unter anderem sollen der mehrfache Allstar Vin Baker, Kenny Anderson, Cliff Robinson, Defensivspezialist Doug Christie und Eric Floyd am Mittwoch zunächst gegen ein nordkoreanisches Team antreten und anschließend gemischt weiterspielen.

»Der Marschall versucht wirklich das Land in einer großartigen Weise zu verändern«, sagte Rodman in einer vorgeschriebenen Rede. Die Menschen sollten künftig in höchsten Tönen von Nordkorea sprechen. Er hoffe, dass das Spiel »Türen öffne«, um »über bestimmte Dinge reden« zu können, sagte Rodman.

Er habe Todesdrohungen für seine Besuche bekommen, sagte der einstige Rebound-Spezialist, der insgesamt fünf NBA-Meistertitel sammelte, davon drei mit Michael Jordan bei den Chicago Bulls. Er war nach seinen Reisen im vergangenen Jahr international in die Kritik geraten, weil er die Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea nicht thematisiert hatte. Amnesty International spricht von einer »verheerenden Menschenrechtslage«, Millionen hungernden Menschen und rund 200 000 politischen Gefangenen.

Kim Jong Un trifft seit seinem Aufstieg zum obersten Staatschef im Jahr 2011 nur sehr selten Ausländer. Er gilt jedoch als begeisterter Basketballfan und hatte Rodman daher im Februar 2013 das erste Mal empfangen. Im Anschluss hatte Rodman Kim als »Freund für’s Leben« bezeichnet. Aus diesem Grund werde er Kim auch nicht auf die Unterdrückung in seinem Land ansprechen. »Ich werde mich nicht hinsetzen und sagen: ›Hey Alter, was Du machst, ist nicht gut‹«, sagte Rodman.

Der für seine Piercings, Tattoos und bunten Haare bekannte Basketballer hatte seine Profikarriere im Jahr 2000 beendet. Zuvor war er einer der erfolgreichsten Basketballspieler weltweit. Mit Drogenexzessen und Affären unter anderem mit Popdiva Madonna sorgte der einstige Multimillionär für Schlagzeilen, zuletzt jedoch immer häufiger mit finanziellen Problemen. Agenturen/nd

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