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Cliff Richards 100. Album

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Cliff Richard, 73, wäre fast entgangen, dass er mit »The Fabulous Rock ’n’ Roll Songbook« sein 100. Album veröffentlicht. Andere haben nachgezählt. Seit 55 Jahren ist der Oldie des Pop im Unterhaltungsgeschäft. Nun will er seine Fans noch mal mit großen Klassikern des Genres entzücken. »Dies ist mein Tribut an alle Künstler, die den Rock ’n’ Roll in den Charts ganz nach vorn brachten«, hat er gesagt.

Richard präsentiert 14 Titel berühmter Sänger, darunter Elvis Presley, Little Richard, Chuck Berry, Buddy Holly und The Everly Brothers. Was schon die Mutter hörte und wozu der Vater hüftenschaukelnd tanzte, ist nun noch mal auf einem Longplayer versammelt. Bemerkenswert daran ist vor allem, dass er damit drei Generationen erreicht. Im Mai geht der Brite auf Deutschland-Tournee, zusammen mit zwei Tanzpartnern in den Dreißigern. Er habe gute Gene, sagt er in Interviews, habe nie eine schwere Krankheit erlitten, halte Maß beim Essen und Trinken und treibe regelmäßig Sport. Mick Jagger könne beim Rumhüpfen mithalten, aber Keith Richards - beide Rolling Stones sind 70 - geriete schnell in Atemnot. Wer die Gesichter der drei vergleicht, stellt fest, dass Richard am besten durch mehr als sieben Jahrzehnte gekommen ist.

Innovativ ist sein neues Album nicht. Zwar nähert sich Richard den Originalen mit Hochachtung, aber der raue Charme der Urfassungen wird ertränkt in moderner Studiotechnik. Musikalische Begleiter sind hauptsächlich Stevie Mandile an der Gitarre und Chuck Tilley am Schlagzeug, beide aus der Country-Band Sixwire. Aufgenommen wurde das Album in den USA.

Der 81-jährige Little Richard würde sich wahrscheinlich grämen, vernähme er die Weichspül-Version seines »Rip It Up«. Von der archaischen Wildheit des Hits, der vor sechs Jahrzehnten die Jugend erschütterte, ist bei Richard nichts mehr zu spüren. Auch Chuck Berrys »Johnny B. Goode« ist so gemütlich wie das Schlussstück »One More Suny Day«, die einzige Eigenkomposition auf dem Album. Aber Richard, der einst die Leute mit »Rote Lippen soll man küssen« in Stimmung brachte, war immer eher unaufdringlich.

Dabei fing Harry Roger Webb, so der bürgerliche Name, in den 50er Jahren als Rock ’n’ Roll-Sänger bei The Drifters an, wollte wie Elvis Presley werden und war begeistert von Little Richard, dessen Nachnamen er zu seinem Künstlernamen machte. Heute findet er, dass er besser singe als damals und nach wie vor sehenswert tanzen könne. Alle paar Jahre schafft er es mit einem Song in die Top 10, er hat eine treue Gemeinde. Auf Tournee wird er seine alten Hits spielen von »Living Doll« bis We Don’t Take Anymore». Er freue sich darauf wie ein kleiner Junge, sagt Richard.

Cliff Richard: «The Fabulous Rock ’n’ Roll Songbook» (Warner Music)

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