Werbung

Glückliche Aushilfe

Sebastian Kühner erwartet nach seinem Nationalmannschaftsdebüt keine größere Rolle beim deutschen Volleyballmeister aus Berlin

Sebastian Kühner spielt seit 2012 beim deutschen Meister Berlin Volleys. Im Qualifikationsturnier für die WM gab der 26- jährige Zuspieler sein Debüt in der Nationalmannschaft. Heute (19.30 Uhr) trifft er mit den Volleys auf den TV Bühl, die einzige Mannschaft, gegen die Berlin in der vergangenen Saison in der Hauptrunde verlor. Mit Kühner sprach Gabi Kotlenko.

nd: Sie halfen mit, die WM-Fahrkarte für das deutsche Team abzusichern. Wären Sie enttäuscht, wenn Sie bei der Weltmeisterschaft im September in Polen nicht dabei wären?
Kühner: Nein, das wäre etwas übertrieben. Das war ja mein erstes Turnier mit der Nationalmannschaft. Ich bin erst einmal sehr froh, dass ich da dabei sein durfte und diese Erfahrungen sammeln konnte. Bis zur WM ist es noch ein langer Weg. Ich denke - und so hat es der Bundestrainer mir auch gesagt -, dass ich bis dahin einige Lehrgänge mitmachen werde oder vielleicht sogar noch ein paar Einsätze bekomme. Ob es dann zur WM-Teilnahme reicht, wird man sehen, aber die Konkurrenz ist sehr groß.

Was hat Ihnen die Zeit mit der Nationalmannschaft gebracht?
Es war eine gute Abwechslung vom Trainingsalltag, wenn man mit einer anderen Gruppe und auch mit einem anderen Trainer arbeiten kann. Jeder achtet da auf andere Kleinigkeiten, die Schwerpunkte im Training sind anders. Auf Sachen, auf die man sich hier in Berlin nicht so konzentriert, wurde dann wieder der Fokus gelegt. Und da konnte ich mich in einzelnen Bereichen ein bisschen weiterentwickeln.

Berlins Trainer Mark Lebedew war beim Qualifikationsturnier als Assistenztrainer dabei. War das für Sie eher Druck oder die Chance, dass er Sie mal außerhalb des Klubs erlebt?
Druck auf keinen Fall. Er nimmt seine Rolle dort als Trainer auch ganz deutlich wahr und kann sehr gut unterscheiden zwischen der Arbeit in Berlin und der mit der Nationalmannschaft. Es hat mich natürlich auch gefreut, dass ich viel gespielt habe und er das gesehen und auch anerkannt hat, dass ich eine anständige Leistung erbracht habe.

Haben Sie die Hoffnung, dass Sie jetzt im Verein zu mehr Einsätzen kommen, etwa am Mittwoch gegen Bühl, anstatt nur Ersatz für den US-Amerikaner Kawika Shoji zu sein?
Ich denke, meine Rolle hat sich nicht großartig verändert, nur weil ich jetzt zwei Wochen bei der Nationalmannschaft war. Ich bin hier, um der Mannschaft zu helfen, wenn Hilfe benötigt wird. Wir haben jetzt viele schwere große Spiele vor uns. Ich denke, da werden sicherlich häufiger mal Einsätze für mich rauskommen. Nur, weil ich nun Nationalspieler bin, stelle ich hier jetzt nicht die Ansprüche, plötzlich mehr zu spielen.

Würden Sie gern langfristig in Berlin bleiben oder reizt Sie auch ein Angebot aus dem Ausland?
Ich komme aus Berlin und ich fühle mich hier total wohl. Mein Privatleben läuft einwandfrei und ich spiele bei einem der besten Klubs in Europa, also gibt es für mich keine Gründe, wegzugehen. Wenn dann Angebote kommen, muss ich die sicherlich abwägen. Man weiß ja nie, was kommt, aber generell spricht nichts dagegen, hier in Berlin zu bleiben. Was für den Volleyball in Berlin gemacht wurde in den vergangenen Jahren, kann kein anderer europäischer Klub bieten. Und da ist es sehr, sehr interessant, bei dieser ganzen Sache dabei zu sein und auch dabei zu bleiben.

Gibt es daheim fachmännische Tipps vom Vater? Schließlich war Roland Kühner mal DDR-Nationalspieler.
Eher weniger. Er hat zwar sehr viel Erfahrung und Ahnung und schaut sich auch die Spiele an. Aber wenn wir uns treffen, reden wir weniger über Volleyball. Das Spiel heute ist ein ganz anderes, als es damals war, und von daher kann er keine speziellen Tipps geben. Er ist froh und stolz über den Weg, den ich gegangen bin und wie weit ich jetzt gekommen bin. So genießt er die ganze Sache, aber den Ratgeber lässt er dabei nicht raushängen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!