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Schockierendes aus den Fankurven

Der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus und die Verantwortung des Fußballs

  • Von Christoph Ruf, Frankfurt am Main
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Beim Vorbereitungstreffen zum Holocaustgedenktag werden die Präsidenten von DFB und DFL mit erschütternden Berichten aus den Fankurven mancher Vereine konfrontiert.

Am Sonntagvormittag wurde es für einen Moment mucksmäuschenstill. Marcel, Sprecher der Ultragruppierung »Aachen Ultras« (ACU) hatte den 250 Mitgliedern der Initiative »Nie wieder« gerade berichtet, wie Vermummte ein Mitglied seiner Gruppe nachts überfallen haben: Sie brachen die Wohnungstür auf und prügelten zu dritt auf den im Bett liegenden Alemannia-Fan ein. Andere Mitglieder seiner Gruppe seien auf dem Weg zur Uni oder zur Lehrstelle überfallen worden - ebenfalls von rechtsgerichteten Aachener Ultras und Hooligans. Vor einem Jahr habe man deshalb beschlossen, nicht mehr als Gruppe ins Stadion zu gehen. »Wir wollten nicht irgendwann den Eltern unserer 14-jährigen Mitglieder erklären müssen, dass etwas Schlimmes passiert ist.« Reinhard Rauball, Präsident des Ligaverbandes DFL, zeigte sich »schockiert« über das Gehörte: »Es darf nicht sein, dass das Recht des Stärkeren gilt.« Er versprach, sich weiter mit der Materie zu befassen.

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