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Letzter Besuch in Hoyerswerda

Prozess gegen Nazis wegen Vertreibung eines jungen Paars hat begonnen

  • Von Hendrik Lasch, Hoyerswerda
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Am Amtsgericht Hoyerswerda hat der Prozess gegen acht Nazis begonnen, die ein junges Paar faktisch aus der Stadt vertrieben haben. Die Täter können sich an nichts erinnern.

Der Zeuge spricht leise und zögerlich. Fest wird seine Stimme nur selten. Einmal fragt ihn Staatsanwalt Christopher Gerhardi, ob er seit dem Vorfall, der in Saal 23 des Amtsgerichts Hoyerswerda verhandelt wird, zum ersten Mal wieder in der Stadt sei. Diesmal antwortet der junge Mann ohne Zögern: »Ja, und hoffentlich auch zum letzten Mal.«

Bis zum 17. Oktober 2013 hatte Ronny S. rund 34 Jahre ohne Unterbrechung in der Stadt in Ostsachsen gewohnt. Vertrieben wurden er und seine Freundin durch einen Übergriff, der bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Am Abend des Tages drang eine Gruppe von Neonazis in das Mehrfamilienhaus ein, in dem er wohnte. Sie hätten gegen die Tür getreten, den Strom im Haus abgestellt, Türspione verklebt und das Paar lautstark bedroht, hieß es in der gestern verlesenen Anklageschrift. Sie zitiert Äußerungen wie »Wir zerstören dich und machen dich tot.«

Der jungen Frau soll gar eine Vergewaltigung ange...


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