»Auf dem Altar innerkirchlicher Machtkämpfe«

Belegschaft des insolventen Weltbild-Verlages kritisiert katholische Gesellschafter

  • Von Rudolf Stumberger
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die Beschäftigten des insolventen Weltbild-Verlages sind sauer auf den Eigentümer: die katholische Kirche.

Für ver.di-Gewerkschaftssekretär Thomas Gürlebeck ist der Vorgang um die Insolvenz des Augsburger Weltbild-Verlages ein »Paradebeispiel für Kapitalismus«. Obwohl die Banken grünes Licht für die weitere Finanzierung gegeben hätten, stünden jetzt die Mitarbeiter vor dem Aus - weil nämlich die katholische Kirche die Lust an ihrem Unternehmen verloren habe. Weltbild gehört zwölf Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Soldatenseelsorge Berlin.

Am Donnerstagnachmittag stand in Augsburg ein Runder Tisch mit Betriebsrat, Gewerkschaft sowie den bayerischen Ministerinnen für Arbeit und Wirtschaft, Emilia Müller und Ilse Aigner (beide CSU), an. Über mögliche Ergebnisse sollte erst nach Redaktionsschluss berichtet werden. »Unsere Erwartungshaltung ist hoch«, so Gürlebeck gegenüber »nd« vor dem Treffen. »Wir wollen die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sichern.« Die Stimmung in der Belegschaft bezeichnete er als kämpferi...

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