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Königsklasse in Marzahn

Die Tischtennisspielerinnen des TTC Berlin Eastside gehen mit einem großen Ziel ins erste Halbfinale der Champions League

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Neben den Volleyballern der Berlin Volleys sind die Tischtennisfrauen der TTC eastside Berlins einzige Starter in der Champions League. Das Endspiel liegt zum Greifen nah.

Eines der raren sportlichen Highlights für den Stadtbezirk Marzahn im Osten der Hauptstadt steht am Freitagabend im Freizeitforum Marzahn (ab 19.15 Uhr) an. Dann nämlich empfangen die Tischtennisfrauen des TTC Berlin Eastside im Champions League-Halbfinalhinspiel Österreichs Serienchampion (1998-2010, 2013) und Champions-League-Titelverteidiger der Vorsaison: Linz AG Froschberg. Die Partie wird zur Weichenstellung für das Endspiel des Wettbewerbs, das in zwei Partien im März ausgetragen wird.

Beide Mannschaften wissen genau, wie es sich anfühlt, die sportliche Krone des Kontinents zu tragen. Linz hat die Champions League 2009 und 2013 gewonnen, Berlin 2012. Zweimal trafen die Kontrahenten bei den vorangegangenen Austragungen schon aufeinander und in den vier Begegnungen behielten die Berlinerinnen dreimal die Oberhand.

Auch im Jahr des Champions-League-Triumphes des Linz-Quartetts, als der TTC in der Vorrunde als Gruppenerster vor Froschberg weiterkam, aber im Halbfinale durch Krankheitspech gegen Außenseiter Budaörsi (Ungarn) ausschied, gegen den sich dann Linz leicht den Titel holte. Die Austria-Damen treten jetzt mit nahezu unveränderter Besetzung an.

Bei Eastside dagegen stehen den Abgängen der Ungarin Petra Lovas (Ströck/Österreich) und der Russin Polina Michailowa (Tjumen) Neuzugänge der DTTB-Nationalspielerinnen Shan Xiaona (EM-Einzelsilber und Teamgold 2013) und Kristin Silbereisen (EM-Teamgold) gegenüber. Dennoch darf die Ausgangslage als »offen und tagesformabhängig« (TTC-Präsident Alexander Teichmann) angesehen werden, denn auch die Gäste haben eine Mannschaft mit drei ausgeglichenen Akteurinnen auf Topniveau an der Platte. Die Ex-Europameisterin (2005) Liu Jia, in den früheren Vergleichen mit Eastside nach Geburt eines Kindes nicht in Bestverfassung, ist wieder deutlich erstarkt, die Tschechin Iveta Vacenovska sowie das große deutsche Nachwuchsversprechen Petrissa Solja (19) haben als Stammbesetzung in der CL-Vorrunde alle sechs Partien mit einem Spieleverhältnis von 18:4 gewonnen.

Klingt nach Favoritenrolle für die Gäste, zumal Eastside in seiner Gruppe die einzigen zwei Saisonniederlagen (Metz und Istanbul) hinnehmen musste. Trainerin Irina Palina aber lässt sich davon nicht schrecken und lässt entgegen ihrer sonst eher leisen Art sogar ein wenig die Muskeln spielen. »Irgendwelche Statistiken interessieren nicht. Wir wollen eine gute Basis für den Finaleinzug legen - je besser, umso besser. Wie auch immer der Ausgang sein wird, am 25. Januar wird es in Linz eine zweite Partie geben und erst dann wird zusammengezählt.« Palina versucht, ihre Schützlinge, zu denen neben den beiden Genannten noch die Ungarin Georgina Pota und die EM-Einzelzweite 2011 Irene Ivancan gehören, mit der Aussicht auf eine sportliche Einmaligkeit zu motivieren, die es so im deutschen Frauentischtennis noch nicht gegeben hat.

»Unser Traum ist es, nach dem Pokal auch nationale Meisterschaft und Champions League zu gewinnen und damit das Triple zu schaffen«, sagt die Russin. »Dafür werden wir bis zum letzten Ball kämpfen, beißen, die gesamte spielerische Klasse in die Waagschale werfen. Unsere Fans, die hoffentlich zahlreich in Marzahn erscheinen, können sich darauf verlassen, das wir als Team auftreten und in jedem Match ans Limit gehen werden.«

Nach einem kleinen Nach-EM-Formtief ist bei allen vier Schmetter-assen der Aufschwung klar zu sehen. Überlegen hat der TTC Anfang Januar den wiederbelebten Pokal geholt und damit den ersten bundesdeutschen Titel der Vereinsgeschichte seit dem Erstligaaufstieg 1997 gewonnen. Nach zuvor drei ETTU-Europacups und der Champions League-Trophäe 2012 ist Eastside nun dabei, auch die letzten Zweifler, die dies mangelnder Konkurrenz zuschreiben, eines Besseren zu belehren.

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