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Ergebnisloser Auftakt in Chemietarifrunde

Gewerkschaft: Arbeitgeber »stur und unbeweglich«

Knackpunkt der diesjährigen Chemietarifrunde sind unterschiedliche Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage der Branche.

Darmstadt. Ohne greifbare Ergebnisse ist die erste bundesweite Verhandlungsrunde um die Tarifgehälter der rund 550 000 Beschäftigten in der Chemieindustrie geblieben. In Darmstadt wiederholten die Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC am Mittwoch ihre unterschiedlichen Einschätzungen zur Lage der drittgrößten deutschen Industriebranche.

Vor dem Verhandlungshotel hatten am Vormittag etwa 200 Chemiearbeiter aus Südhessen die Forderungen nach 5,5 Prozent mehr Geld und der unbefristeten Übernahme aller Ausgebildeten bekräftigt. Die Arbeitgeber halten das angesichts der schwachen Chemiekonjunktur für überzogen. Sie warnten vor einem Schwund der Ausbildungsplätze, wenn die Übernahme der Auszubildenden verpflichtend würde. Die aktuelle Übernahmequote liege bereits bei über 80 Prozent.

IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis sagte dem Onlinenachrichtenportal »Bild.de«, dass viele Unternehmen in der Branche in der Lage seien, sogar mehr als die geforderten 5,5 Prozent zu zahlen: »Ich erwarte, dass sie das mit zusätzlichen Betriebsvereinbarungen auch tun.« Firmen, denen es schlecht gehe, könnten zudem Öffnungsklauseln nutzen. Die Arbeitgeber müssten ihre »Blockadehaltung« aufgeben.

Der Branchenverband legte zunächst kein Angebot vor, wie beide Seiten bestätigten. Die Tarifverhandlungen in der Chemieindustrie sollen am 4. und 5. Februar in Hannover fortgesetzt werden.

Der Verhandlungsführer der IG BCE Peter Hausmann bezeichnete laut einer Erklärung am Mittwoch das Verhalten der Arbeitgeberseite als »stur und unbeweglich«. Er sprach von einer »Verschleppungstaktik« und forderte den BAVC auf, in Hannover ein »tragfähiges Angebot« vorzulegen. dpa/nd

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