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Gegenredner

Patrick Dahlemann wurde mit einer Anti-NPD-Rede zum »Youtube«-Star

  • Von Velten Schäfer
  • Lesedauer: 2 Min.

Patrick Dahlemann ist auf »Youtube« Dauergast. 2012 begann der Politikstudent, der für die SPD im Kreistag Vorpommern-Greifswald sitzt, auf der Videoplattform dessen Beschlüsse aus SPD-Sicht vorzustellen - trockener Stoff, den jeweils nur ein paar Hundert Nutzer sehen wollten. Dass es ein Clip mit ihm auf 180 000 Aufrufe schaffen könnte, hätte sich Dahlemann wohl selbst nicht träumen lassen. Doch ist seit Monatsbeginn genau das geschehen.

Dabei sind die Aufnahmen, die nun so viele interessieren, bereits ein halbes Jahr alt: Ende Juli 2013 war die NPD vor dem inzwischen bezogenen Asylbewerberheim in Torgelow aufmarschiert. Dahlemann, der sich auch in einem zivilgesellschaftlichen Bündnis engagiert, war im Rahmen einer Gegenkundgebung vor Ort, als ihm die NPD das Mikrofon überließ - um ihn zu provozieren, wie er selbst mutmaßt.

Das aber hätten die Braunen besser unterlassen. Fünf Minuten trat der Kommunalpolitiker gegen die Naziparolen an; schon im Livepublikum mag er den einen oder anderen verunsichert haben. Vor allem aber nutzte Dahlemann Aufnahmen seiner Intervention sowie der Replik des NPD-Landeschefs Stefan Köster später für jenen 15-minütigen Clip, der jetzt so populär wurde. Er habe mit dieser überparteilichen Angelegenheit nicht in den Wahlkampf geraten wollen, erklärt er die zeitliche Verzögerung.

Jedenfalls behauptet Köster in dem Video etwa, das nahe Wolgast versinke wegen der dortigen Unterkunft im Verbrechen - was der zuständige Polizeichef im Dahlemann-Clip zurückweist: Tatsächlich gebe es geringfügig mehr Kriminalität. Das sei aber auch auf Taten gegen das Heim zurückzuführen. Ebenso werden Kösters Zahlen über Asylkosten als Fantasie entlarvt.

Offenbar hat die NPD inzwischen richtig Angst vor dem Gegenredner. Wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzungen bemüht sie sich nun, das Dahlemann-Filmchen aus dem Netz tilgen zu lassen. Bis Donnerstag hatte dies indessen nicht den gewünschten Erfolg. Kopien waren noch immer leicht zu finden.

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