»Schreib nicht hin, dass du Rumänin bist«

In London lebende Osteuropäer leiden unter rechter Migrantenschelte

  • Von Meike Stolp, London
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Seit Jahresbeginn dürfen Bulgaren und Rumänen auch nach Großbritannien visumfrei reisen. Die bereits ansässigen Zuwanderer fühlen sich von der Debatte über »Armutszuwanderung« diskriminiert.

Georgiana Borca sitzt im Café der Londoner Middlesex Universität. Blonde Haare, braune Augen, auf dem Kopf ein hipper Hut, auf dem Tisch ein Telefon, das immer wieder Geräusche von sich gibt. Eine typische Studentin. Fast. Denn Georgiana Borca ist Rumänin. Sie kommt aus dem Norden, aus der Provinz Maramureş, die an die Ukraine grenzt. Seit etwa zwei Jahren lebt sie in London. »Ich bekomme kein Geld von meinen Eltern«, erzählt sie. »Ich muss selbst für meinen Unterhalt sorgen.« Georgiana hat bereits in einer Kaffeebar gearbeitet, zurzeit macht sie ein Praktikum in der Redaktion des britischen Fernsehsenders ITV.

Sie studiert Medien und Journalismus. Deshalb ärgert es sie umso mehr, dass die britische Boulevardpresse sie und ihre Landsleute zu armen, ungebildeten Kleinganoven stilisiert. »Die meisten Rumänen, die ich kenne, sind schon integriert«, sagt Borca. Und mit einer neuen Flut an bulgarischen und rumänischen Einwande...

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