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Lieber nicht zuhören

Silvia Ottow über die Warnungen der gesetzlichen Krankenkassen

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Leider finden die gesetzlichen Krankenkassen derzeit wenig Gehör, wenn sie davor warnen, dass ihre Versicherten künftig wieder mit Zusatzbeiträgen und insgesamt deutlich steigenden Kosten für die Gesundheit rechnen müssen. Allzu lange haben sie auf hohen Überschüssen im Gesundheitsfonds gesessen und trotzdem lamentiert und immerzu vor Zusatzbeiträgen gewarnt, die nicht erhoben worden sind. Da kann einem schon das Zuhören vergehen.

Allerdings könnte sich die Lage demnächst ändern. Immerhin hat die neue Bundesregierung ein Gesetz der alten gestoppt, da war sie kaum richtig im Amt. Mit diesem Gesetz hätten teure Medikamente, die seit langem von den Kassen für ihre Versicherten bezahlt werden müssen, auf ihren Zusatznutzen überprüft werden können. Das hätte dem überbordenden Arzneimittelmarkt sicher gut getan und den Kassenkosten ebenfalls. Mit der gleichen Eile hat man dafür gesorgt, dass die Rabatte, zu zahlen von den Herstellern an die Kassen, nicht allzu hoch ausfallen. Warum musste es so schnell gehen, wenn Pflege- und Krankenhausreform schon seit Jahren warten müssen? Es gibt eine Vermutung: Die Hersteller sollen ihre Einnahmen behalten oder mehren. Die Versicherten müssen mit Zusatzbeiträgen rechnen. Da kann einem schon wieder das Zuhören vergehen.

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