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Schnelle Erlösung

Nürnberg feiert zum Rückrundenauftakt beim 4:0 gegen Hoffenheim den ersten Saisonsieg

  • Von Michael Brehme, Nürnberg
  • Lesedauer: 3 Min.

Gertjan Verbeeks Rasierer kam noch in der Kabine zum Einsatz. Rund fünf Wochen lang durfte der Stoppelbart beim Nürnberger Trainer munter sprießen, nur Minuten nach dem 4:0 gegen Hoffenheim war er ab. Die Profis selbst nahmen sich ihren Coach in der Umkleide vor und befreiten ihn von der ungeliebten Haarpracht am Kinn. Verbeek hatte kurz vor Weihnachten geschworen, erst nach dem ersehnten ersten Saisonsieg zum Rasierer zu greifen. Sein Team erlöste ihn schon zum Rückrundenauftakt.

Ohne Bart, aber mit einem Glas Chardonnay-Weißwein durfte der Niederländer am Samstagabend das Drei-Punkte-Premierenerlebnis in dieser Saison begießen. »Ich bin froh über das Ergebnis und darüber, dass mein Bart endlich ab ist. Meine Haare auf dem Kopf bleiben aber lang«, stellte der 51-Jährige klar. Seine graue Rockerfrisur will der Trainer nicht opfern für die Hoffnung auf den sportlichen Aufschwung.

Bartschwur hin oder her - beim FCN 2014 scheint es jedenfalls besser zu laufen im Vergleich zum Vorjahr, als der Club für einen historischen Negativrekord sorgte. »Wir haben nicht unser bestes Spiel gemacht und trotzdem 4:0 gewonnen. Wir haben schon viel besser gespielt, diese Spiele aber nicht gewonnen«, urteilte Verbeek mit Blick auf all das »Unglück in der ersten Saisonhälfte.« Strittige Schiedsrichterentscheidungen und ein Aluminiumrekord hatten da den sportlichen Nürnberger Niedergang unbarmherzig forciert.

Schon im Trainingslager im spanischen Mijas durfte Verbeek guten Mutes sein, dass sich das ändern werde. »Einmal sprang ein Ball von Robert Mak von der Querlatte ins Tor. Da habe ich noch gesagt: Vielleicht ist 2014 unser Jahr.« Ein netter Gruß vom Fußballgott oder bloßer Zufall? In jedem Fall konnte der FCN am Samstag gegen Hoffenheim auch zwei glücklich-kuriose Tore bejubeln. Beim Führungstreffer durch Timothy Chandler (24. Minute) wurde der Ball entscheidend abgefälscht, beim zweiten Tor von Josip Drmic (70.), der vier Minuten vor der Pause auf 2:0 erhöht hatte, war der Innenpfosten mit im Spiel. »Dieses Quäntchen Glück hat uns in der Hinrunde gefehlt. Wir hätten sogar noch ein, zwei Tore mehr schießen können, aber ich möchte nicht zu viel meckern«, flachste Daniel Ginczek, ebenfalls einer der Torschützen (48.).

Es war natürlich noch lange nicht alles prima bei den Nürnbergern. Die Abwehr offenbart weiterhin die bekannten Lücken. Aus der Mittelfeldzentrale kam am Anfang deutlich mehr Stückwerk statt Kreativität. Aber immerhin sahen die 36 079 Zuschauer eine Mannschaft, die nicht nur rackerte und sich in den Zweikämpfen aufrieb, sondern auch durch eine neugewonnene Abschlussstärke überzeugte. Auch Verbeek zeigte sich »zufrieden mit der Art und Weise, wie wir gekämpft und wie nach vorne gespielt haben«. Etwas Arbeit wartet aber noch - auch deshalb, weil der FCN trotz des Sieges Tabellenvorletzter bleibt. dpa/nd

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