Mit Thora und Smartphone

Am 28. Januar gründet sich die jüdisch-orthodoxe Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Mitte

  • Von Jérôme Lombard
  • Lesedauer: 2 Min.
Sie haben die Wahl. Im Wahllokal und bei ihrer Lieblingszeitung. Damit das so bleibt: Linken Journalismus bitte bezahlen!
Kampf ohne Machtbekenntnis

Was soll das hier?

Linker Journalismus – das ist der Luxus, zur Bundestagswahl nicht nur die überall gleichen Agenturmeldungen zu lesen, sondern das Koalitionsgerangel aus einer linken Perspektive kritisch zu beobachten und zu beurteilen. Wir zahlen Reportern einen korrekten Lohn, recherchieren aufwendig für profunde Hintergründe, sprechen mit unabhängigen Experten. Das alles kostet Geld. Wenn Ihre persönliche Lage es zulässt, freuen wir uns deshalb, wenn Sie die Lektüre dieses Textes mit einem frei gewählten Obolus honorieren – oder unser Blatt gleich gedruckt oder online abonnieren!

  • Wählen Sie ein Abo:

    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

    Ich habe bezahlt.

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Minimum 5 Euro/Monat

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login

    Passwort vergessen?

  • Jetzt nicht ...
Die jüdische Gemeinschaft in Berlin wächst weiter. Neu entstehende Synagogengemeinden tragen der dadurch größer werdenden innerreligiösen Vielfalt Rechnung.

Der im Judentum weit verbreitete Meinungspluralismus bei Fragen von Identität und der richtigen Auslegung der religiösen Gesetze spiegelt sich zunehmend auch im wieder aufblühenden jüdischen Leben in Berlin wieder. Mit der festlichen Gründung der Gemeinde Kahal Adass Jisroel am kommenden Dienstag in der Brunnenstraße in Mitte wird nun erstmals nach der Shoah wieder eine Synagogengemeinde mit traditionell-orthodoxem Ritus in der Hauptstadt bestehen.

»Unsere Gemeinde fühlt sich den Werten des traditionell orthodoxen Judentums verpflichtet, wie es sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland herausbildete«, erklärt Daniel Fabian. Der 39-jährige orthodox ordinierte Rabbiner ist Mitglied im Gemeindevorstand und einer der Begründer von Adass Jisroel. Mit eindringlicher Stimme bringt der zweifache Familienvater mit dem leichten Ansatz von »Peot«, den traditionellen Schläfenlocken, den Charakter seiner Gemeinde auf den Punkt: »Unsere Mitglieder eint der Wunsch nach einem traditionellen Leben gemäß den Gesetzen der Thora, bei gleichzeitiger aktiver Teilnahme an der modernen, säkular geprägten Umwelt.« Fabian ist überzeugt: »Thora und Smartphone, das schließt sich keineswegs aus.«

Nach der Berliner Einheitsgemeinde mit ihren liberalen und konservativen Bethäusern und der chassidischen Chabad Lubawitsch-Gemeinde wird die traditionell-orthodox ausgerichtete Adass Jisroel zur dritten großen jüdischen Gemeinde in der Hauptstadt. Und wohl auch zur jüngsten. Der Altersdurchschnitt der momentan 250 Mitglieder liegt bei 30 Jahren. Rund die Hälfte der Mitglieder sind Kinder.

Dass dem so ist, liegt wohl nicht zuletzt an der stark an den Bedürfnissen junger Familien ausgerichteten Philosophie der Gemeinde. Der unmittelbar an die Gemeindesynagoge angrenzende private jüdische Kindergarten der Lauder-Foundation bietet dafür auch eine entsprechende Infrastruktur. Wie Vielen bei Adass Jisroel ist auch Gedalya Shames eine religiöse Erziehung seines Kindes wichtig und einer der Gründe, warum der 24-Jährige sich in der Gemeinde engagiert. »Ich habe noch nirgendwo eine so vibrierende junge Gemeindekultur wie bei Adass Jisroel gefunden. Die hier herrschende Atmosphäre der gegenseitigen Hilfe ist beeindruckend«, so der aus Usbekistan stammende Rabbinerstudent. Eine Konkurrenzsituation zwischen den verschieden ausgerichteten Berliner jüdischen Gemeinden soll es aber nicht geben, wie Rabbiner Fabian betont. Er hofft vielmehr auf den gegenseitigen Austausch und ein tolerantes Miteinander mit allen Berlinern.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

jetzt abonnieren!

Wie? Noch kein Abo?

Na, dann aber hopp!

Einfach mal ausprobieren: 14 Tage digital, auf Papier, als App oder was weiß ich!

Jetzt kostenlos testen