Werbung

Hilferuf aus Homs: »Hunger ist schlimmer als Chemiewaffen«

Keine Fortschritte in Genf / USA wollen neue Waffen schicken

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Genf. Mit einem eindringlichen Appell hat ein Jesuitenpater im Internet um humanitäre Hilfe für die in der syrischen Stadt Homs eingeschlossenen Menschen gebeten. »Das größte Problem ist der Hunger, denn die Menschen finden nichts zu essen«, heißt es in der am Montag veröffentlichten YouTube-Botschaft des Niederländers Frans van der Lugt. Die Echtheit der Botschaft wurde von den Jesuiten-Gemeinden in den Niederlanden und in Flandern bestätigt.

Das knapp dreiminütige Video, das auf das Internetportal gestellt wurde, zeigt den 75-jährigen Pater offenbar in einer Kirche zwischen gelben Pappschildern. Darauf ist zu lesen: »Acht Fälle von Hungertoten«, »100 Fälle von Menschen, die dringender Operationen bedürfen«, »250 Familien kurz vor dem Hungertod« und »An Hunger zu sterben ist viel schmerzhafter als an Chemiewaffen«.

Die Region von Homs ist seit über einem Jahr Schauplatz erbitterter Kämpfe. In von Rebellen eingenommenen Vierteln der Stadt, die seit Juni 2012 von der syrischen Armee belagert und beschossen werden, leben nach Angaben der Opposition 3000 Zivilisten unter fürchterlichen Bedingungen, häufig ohne ausreichend Nahrung und Medikamente. »Es ist unmöglich, so weiterzumachen, wir brauchen eine echte Hilfe«, fährt van der Lugt fort und verweist auf die seit anderthalb Jahren andauernde Belagerung der Stadt. Der Pater und Psychotherapeut ist seit 1966 in Syrien.

Am Montag teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mit, dass die syrische Regierung bislang keine humanitären Maßnahmen für Frauen und Kinder in Homs ergriffen habe, obwohl Regierungsvertreter dies im Rahmen der Genfer Syrienkonferenz am Wochenende zugesagt hatten. Vertreter von Opposition und Regierung waren am Montag erneut zu Gesprächen zusammengekommen, hatten diese allerdings schon nach einer Stunde im Streit beendet.

Während die Friedensgespräche nach Einschätzung von Beobachtern damit schon nach wenigen Tagen in einer Sackgasse angelangt sind, meldet Reuters, dass die USA den Konflikt weiter anheizen könnten. In geheimer Abstimmung habe der US-Kongress beschlossen, Waffen an Rebellen im Süden des Landes zu liefern. Unter anderem sollen die Milizen über Jordanien mit neuen Anti-Panzer-Raketen ausgerüstet werden. Noch im letzten Jahr hatte der US-Kongress Waffenlieferung blockiert und auf die Gefahr verwiesen, die Waffen könnten in die Hand islamistischer Extremisten geraten. Agenturen/nd

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!