»Wir sind noch viel zu sehr nach innen gekehrt«

Ein Gespräch von Linken-Politiker Thomas Händel und Armin Schild (SPD, IG Metall) über die Krise, die Europawahl und neue Bündnisse

  • Von Jörg Meyer
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

nd: Warum ist es so schwer, die Menschen in Deutschland für Europa zu interessieren?

Armin Schild: Es ist den Gewerkschaften nicht ausreichend gelungen, Europa als Projekt der sozialen Moderne zu verankern. Wir müssen deutlicher machen, dass es innerhalb Europas nicht um den Wettbewerb zwischen Nationen geht, sondern um eine historische Etappe im Verteilungskampf zwischen unten und oben, von deren Ausgang die Zukunftsperspektiven aller Menschen in Europa abhängig ist.

Thomas Händel: Nach Schätzungen werden bis zu 80 Prozent der Regeln, die den Alltag von jedem Einzelnen von uns betreffen, mittlerweile auf EU-Ebene beeinflusst oder entschieden. Wenn ich auf Veranstaltungen diese Zahl sage, schauen mich die Menschen erstaunt an. Und viele fragen mich: »Was willst du denn mit dem Europaparlament? Hartz IV, die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt, soziale Sicherheit, Arbeitszeiten - das alles wird doch in Berlin entschieden.« ...

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