Fatima Khan stand täglich vor dem Genfer Tagungshotel

Die Geschichte einer Mutter, die vergebens um ihren Sohn kämpfte

  • Von Fabian Köhler
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die Geschichte, die Fatima Khans Leben zu einem Teil des Syrienkriegs machte, begann mit drei Worten: »Abbas ist verschwunden.« In Genf erzählte die 57-Jährige diese Geschichte wieder und wieder.

Zehn Tage wollte Abbas, Chirurg aus London, in die Türkei reisen, um syrischen Flüchtlingen zu helfen. Im August 2012 war das. Dass er heimlich über die Grenze ins syrische Aleppo reisen werde, hatte er seiner Mutter verschwiegen. Die Stadt ist wie kaum eine andere Sinnbild des Syrienkrieges. »Ich hätte ihm die Beine gebrochen, hätte ich gewusst, dass er nach Syrien geht«, erzählte Fatima Khan vor den Toren der Genfer Konferenz. Aus Streatham war sie gekommen, einem verwahrlosten Stadtteil im Süden Londons. Als 18-Jährige 1974 aus der indischen Industriemetropole Hyderabad auf die Insel gezogen, lebte sie dort mit sechs Kindern - als es noch sechs waren.

Abgeordnete, Minister, Diplomaten - monatelang telefonierte sie mit jedem, der ihrem Sohn hätte helfen können. Nichts. Ob sie nicht von der Reisewarnung gewusst habe, fragt das Außenministerium zurück. Ob ihr Sohn nicht doch Dschihadist sei. »Wenn er Terrorist wäre, würde ich ...


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