Werbung

Mehr Bildungsurlaub

2013 über 3500 Fortbildungsprüfungen bei der IHK

Weiterbildung ist in Berlin hoch im Kurs. Es mangelt an Nachwuchs, also müssen Unternehmen die eigenen Leute stärker qualifizieren. Die Einstellung zum Bildungsurlaub habe sich laut DGB geändert.

Bildungsurlaub wird nach Einschätzung von Unternehmen und Gewerkschaften in Berlin zunehmend in Anspruch genommen. Die Nachfrage von Arbeitnehmern nach Weiterbildungsangeboten steige deutlich an, sagten Experten der Industrie- und Handelskammer (IHK) und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Hauptgrund dafür sei die sinkende Zahl an Nachwuchskräften bei einer gleichzeitig starken Konjunktur. Dadurch werde es schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

Die Rückmeldungen aus den Betrieben zeigten, dass Bildungsurlaub in der Regel auf Antrag unproblematisch gewährt werde, berichtete Daniel Wucherpfennig, Bereichsleiter Bildungspolitik beim DGB-Bezirk Berlin-Brandenburg. Dass ein Chef die Ansicht vertrete, »seine Mitarbeiter sollten sich gefälligst in ihrer Freizeit weiterbilden«, sei inzwischen eher selten. Nach Auskunft der Senatsverwaltung für Arbeit wird aber bislang in Berlin nicht zentral erfasst, wie viele Arbeitnehmer den Bildungsurlaub in Anspruch nehmen. Der DGB kritisiert das. Denn die Träger der Bildungsveranstaltungen sind laut Gesetz verpflichtet, der Behörde Auskunft über Gegenstand, Verlauf und Teilnehmerzahl zu erteilen.

Die IHK Berlin beobachte bei den von ihr abgenommenen Fortbildungsprüfungen »einen stetigen Trend nach oben«, sagte der Bereichsleiter Weiterbildung, Stefan Mathews. Die Zahl der Prüfungen erhöhte sich kontinuierlich, zuletzt von 3394 im Jahr 2012 auf 3605 im Jahr 2013. Die Berliner Unternehmen spürten immer stärker, »dass sie ihre Ausbildungsplätze teilweise nicht mehr besetzen können und das Potenzial an jungen Leuten nicht mehr so umfangreich ist wie in vergangenen Jahren«, so Mathews. Das steigende Durchschnittsalter und die dynamische Wirtschaftsentwicklung träfen derzeit »so ungünstig aufeinander, dass sie in manchen Bereichen schon einen echten Fachkräftemangel haben«. Das verstärke die Anstrengungen der Unternehmen, eigene Mitarbeiter weiterzubilden.

In Berlin beträgt der Anspruch auf Bildungsurlaub wie in den meisten anderen Bundesländern zehn Arbeitstage innerhalb von zwei Jahren. Für Arbeitnehmer und Auszubildende im Alter bis 25 Jahre sind sogar zehn Arbeitstage Freistellung in einem Kalenderjahr vorgesehen.dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!