Architektonische Doppelhelix

Norbert Podewin erinnert an Berliner Baugeschehen im Kalten Krieg

  • Von Jürgen Käding
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Dass sich der Berliner Senat der Idee annahm, Stalinallee Ost und Interbau West (mit dem Kernstück Hansaviertel) für die gemeinsame Aufnahme in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes vorzuschlagen, mag zunächst verwundern. Gibt es doch in der mehr als vierzig Jahre geteilten Stadt kaum Gegensätzlicheres. Und dennoch: Ex-Kultursenator Thomas Flierl spricht in seinem einfühlsamen Vorwort zum neuesten Buch von Norbert Podewin von einer »Doppelhelix«. Spiegelt sich doch in der hiesigen Architektur Zeitgeschichte.

Podewin ruft manche schon vergessene Details in Erinnerung, beginnend mit der Vision Hans Scharouns, auf dem Glacis des arg kriegszerstörten Berlins eine dem Lauf der Spree folgende Bandstadt aus vielen durchgrünten »Wohnzellen« zu errichten, über die Spaltungsintrigen der 1950er Jahre, das Hochhaus an der Weberwiese, die Verketzerung des Bauhauserbes im Osten, die Stalinallee, den 17. Juni, das ICC und den Einsturz der »Sc...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.