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Über das Wuhletal schweben

Südtiroler Unternehmen investiert Millionen in Seilbahnprojekt für die IGA

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Jetzt ist es amtlich: Die aus Südtirol stammende Leitner AG wird eine Seilbahn für die IGA bauen und betreiben. Auch nach der Ausstellung sollen die Kabinen noch weiter über dem Wuhletal schweben.

Allen Bedenken zum Trotz - Berlin bekommt nach mehr als 50 Jahren wieder eine Seilbahn. Am grünen Stadtrand, in Marzahn-Hellersdorf, wird das moderne Verkehrsmittel ab 2017 die Besucher zur Internationalen Gartenausstellung bringen. Rund 14 Millionen Euro investiert die Leitner AG aus Südtirol für das Projekt. »Öffentliche Mittel werden nicht verwendet«, betonte gestern noch einmal nachdrücklich Staatssekretär Christian Gaebler (SPD).

Öffentlichkeitswirksam unterzeichneten auf einer Pressekonferenz IGA-Geschäftsführer Christoph Schmidt und Martin Leitner vom Vorstand der Leitner AG den Vertrag zum Bau und für den Betrieb der Bahn. »Wir haben uns für dieses Verkehrsmittel entschieden, weil es die vielfältig gegebenen Anforderungen am besten erfüllt«, erklärte Christoph Schmidt. Denn mit einer Seilbahn können sich die Ausstellungsbereiche eben auch Familien mit kleinen Kindern, ältere Gäste sowie Besucher mit Handicap erschließen.

Nur etwa 50 Meter vom U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße entfernt beginnt die schwebende Tour. 65 Kabinen, die jeweils zehn Personen aufnehmen, bewegen sich zeitgleich auf der 1,5 Kilometer langen Strecke. Drei Stationen gibt es insgesamt: am Haupteingang der IGA nahe des U-Bahnhofes, auf dem Gipfel des 102 Meter hohen Kienbergs und am Blumberger Damm - in den Gärten der Welt. »Bis zu 3000 Personen können so pro Stunde befördert werden«, so Leitner. Geräuscharm, zudem umweltfreundlich, weil mit Strom betrieben, überwinden die Gäste auf diese Weise mühelos den Anstieg auf den Kienberg, der immerhin bis zu 14 Prozent beträgt.

Aber wo werden Stützpfeiler stehen und wie viel Bäume müssen für dieses Projekt fallen? Fragen, die vor allem Naturschützer in Marzahn-Hellersdorf stellen. »Im Wuhletal wird es keinen einzigen Pfeiler geben und dort wird auch nichts gerodet«, betonte IGA-Geschäftsführer Schmidt. Die Stützen würden außerhalb des sensiblen Naturraumes stehen.

Was die Besucher für eine Fahrt in luftiger Höhe von bis zu 30 Metern zahlen müssen, steht derzeit noch nicht genau fest. Klar ist aber, wer sich ein Ticket für die IGA kauft, kann automatisch die Seilbahn benutzen. »Anfang 2015 wissen wir den konkreten Preis«, kündigte Schmidt an.

Voraussichtlich drei Jahre lang bleibt die Seilbahn zunächst an dem Marzahn-Hellersdorfer-Standort. »Wir würden uns freuen, wenn sie dort noch länger betrieben wird«, machte der Bezirksstadtrat für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Christian Gräff (CDU), deutlich. Und er erklärte mit Nachdruck: »Der Kienberg, der Jelena-Santic-Friedenspark und das Wuhletal werden nach der IGA selbstverständlich wieder frei zugänglich sein.« Auch das sei kürzlich in einer Nutzungsvereinbarung zwischen dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf und der Grün Berlin GmbH vereinbart worden.

Die Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) kritisiert aber die Vorgehensweise. »Uns liegt dazu nichts Schriftliches vor«, sagte Fraktionsvorsitzender Bjoern Tielebein. »Wir hätten uns gewünscht, dass darüber offen in der BVV und den Fachausschüssen geredet wird.«

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