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Soziales Engagement - alles nur Greenwashing?

Touristiker, Ökonomen und Politiker diskutieren beim ITB Kongress über Menschenrechte und Nachhaltigkeit im Tourismus

Rund um Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung geht es beim ITB Berlin Kongress vom 5. bis zum 9. März. Themenschwerpunkt sind Menschenrechte im Tourismus.

Die Deutschen gelten nach wie vor als Reiseweltmeister, doch die Zeiten, wo es ihnen im Urlaub vor allem darum ging, sich zu entspannen und mal alle Fünfe grade sein zu lassen, sind lange vorbei. Urlaub ist für viele längst zu einem Synonym für Weiterbildung im besten Sinne geworden. Wer sich als Reiseveranstalter nicht darauf einstellt, dem werden über kurz oder lang die Kunden weglaufen. Es gibt Bildungs-, Frauen-, Klimaschutzprojekte, es geht um Menschenrechtsfragen - fast alle Veranstalter weiten ihr Sozial- und Umweltengagement aus.

Kritiker indes meinen, ihnen den Touristikunternehmen bleibe gar nichts weiter übrig, wollen sie konkurrenzfähig bleiben, und im Übrigen soll mit dem den Projekten von negativen Auswirkungen im eigentlichen Kerngeschäft abgelenkt werden. Ist also das soziale Engagement nichts als Greenwashing, also ein »grünes Mäntelchen«, um das schlechte Gewissen zu beruhigen?

Genau um diese Themen geht es in diesem Jahr beim ITB Kongress vom 5. bis 9. März, bei dem Touristiker, Politiker und Ökonomen aus aller Welt über die Zukunft der Reisebranche diskutieren. Und die, da sind sich alle einig, kann nur im nachhaltigen Reisen und sozialer Verantwortung liegen. Mit dem Themenschwerpunkt Menschenrechte will die größte Reisemesse der Welt in den kommenden Tagen ein deutliches Zeichen setzen. Dazu gehört beispielsweise, dass die ITB der Initiative »Menschenrechte im Tourismus« beitreten wird, deren Ziel es unter anderem ist, die »Öffentlichkeit, Medien, Reisende, Unternehmen, Investoren, Lehrfachkräfte und Studierende sowie politisch Verantwortliche für die Einhaltung der Menschenrechte im Tourismus zu sensibilisieren«.

Es gibt eine ganze Reihe von Reiseveranstaltern, die seit vielen Jahren mit großem Engagement vorangehen. Einige von ihnen werden zum ITB Kongress von ihren Erfahrungen und Initiativen berichten. Zu den Vorreitern in Sachen nachhaltiges Reisen und soziales Engagement gehört der Münchener Studienreiseveranstalter Studiosus, der - wie seit Jahren - unmittelbar vor der ITB seinen Nachhaltigkeitsbericht (nachhaltigkeit.studiosus.com) veröffentlichte. Gemeinsam mit den Reiseunternehmen a&e erlebnis:reisen, Gebeco, Hauser Exkursionen, Kuoni, ONE World, viventura sowie der Verband forum anders reisen unterzeichnete Studiosus im Oktober 2013 das »Commitment zu Menschenrechten im Tourismus«, eine Selbstverpflichtung, mit der sich die Reiseveranstalter öffentlich zu ihrer Verantwortung bekennen. »Menschenrechte sind kein neues Thema im Tourismus, aber sie sind ein Thema, bei dem die Branche gefordert ist, neue Wege zu beschreiten. Es geht um Arbeitsbedingungen, den Schutz vor Diskriminierung und die Rechte von Kindern, Frauen und indigenen Völkern. Und es geht um die gestiegene Verantwortung von Unternehmen auch und gerade vor dem Hintergrund der Umwälzungen in Nordafrika und Nahost«, sagte Peter-Mario Kubsch, Geschäftsführer von Studiosus.

Wichtiges Diskussionsthema des ITB Kongresses wird die Frage sein, welchen Beitrag Projektförderung bei der Verwirklichung von Menschenrechten im Tourismus leistet. Auch hier gehört Studiosus zu den Vorreitern. 2005 gründete das Unternehmen den gemeinnützigen Verein Studiosus Foundation e.V. mit dem Ziel soziale, ökologische und kulturelle Projekte in aller Welt zu fördern und so beizutragen, die Lebensverhältnisse der Menschen in den Ländern zu verbessern. Aktuell unterstützt der Verein weltweit rund 50 Sozial-, Kultur und Umweltprojekte. Alle dieser Projekte sind auch Ziel der Touristen, die mit dem Studienreiseveranstalter unterwegs sind. Wie Pressesprecher Frano Ilic gegenüber »nd« sagte, seien diese Möglichkeiten, sich direkt vor Ort ein eigenes Bild darüber zu machen, wofür die Hilfsgelder verwendet werden, für viele ein wichtiger Grund, eine Tour bei Studiosus zu buchen. So werden seit vielen Jahren aus Unternehmensmitteln und Spenden der Reisenden Klimaschutzprojekte gefördert, wie das Biogasanlagenprojekt in Südindien. 1200 Anlagen sind bereits in Dörfern des Bundesstaates Karnataka entstanden, 300 sollen in diesem Jahr folgen. Durch jede kann über die Verwendungsdauer mehr als 20 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden. Wenn die Anlagen auch in erster Linie den Menschen vor Ort helfen, letztlich tragen sie dazu bei, das Weltklima zu verbessern. Und das ist wahrlich mehr als ein umgehängtes »grünes Mäntelchen« aus schlechtem Gewissen.

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