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Faschistische 
Krankenmorde in Teupitz

GELESEN

Als ich Teupitz 1965 kennenlernte, wurde mir die Schönheit dieser märkischen Kleinstadt durch einen älteren Einwohner nahe gebracht. Doch Hans Sußmann, so sein Name, fügte hinzu: »Wenn Du die Stadtgeschichte begreifen willst, darfst Du nie den Schatten außer Acht lassen, den die Euthanasie über sie gelegt hat.« Der als Ehrenbürger ausgezeichnete Hans Sußmann verstarb 1985. An seine Worte erinnerte mich nun der aufrüttelnde Text des vom Amt Schenkenländchen zeitweilig engagierten Archivars und Historikers Peter Josef Belli.

Durch die sorgfältige Analyse der vorliegenden Literatur, umfangreiche Recherchen und die überraschende, von ihm bewerkstelligte Rekonstruktion von Teilen der Teupitzer Einwohnermeldekartei aus der Nazizeit kommt Belli zu dem Ergebnis, dass die bisher vorgelegten Fakten die Euthanasieverbrechen in Teupitz nicht ausreichend erfassen und die gewonnenen Erkenntnisse aus dem »Fall Teupitz« verallgemeinerungswürdig für die Euthanasieforschung insgesamt wären.

Belli spricht allerdings nur von einer »Zwischenbilanz« und regt die Stadt Teupitz, das Amt Schenkenländchen und vor allem die hiesige Asklepios-Klinik an, gemeinsam die Forschungen weiter voranzutreiben. Sinnvolle Ziele wären: ein Gedenkbuch für die Euthanasieopfer, die genauere Darstellung von Einzelschicksalen einschließlich der betroffenen jüdischen Bürger und jener Menschen, die hier zwangsweise sterilisiert wurden, die Enthüllung von schuldig gewordenen Mittätern in der Klinik und in der Stadtverwaltung sowie Hinweise auf die Opfer an zentraler Stelle in der Stadt. Bellis Schrift »Kommunen und NS-Euthanasie. Zwischenbilanz im Fall Teupitz« belegt, wie durch akribische wissenschaftliche Arbeit Lücken und Schwächen bisheriger Forschungen aufgedeckt werden.

Peter Josef Belli: »Kommunen und NS-Euthanasie. Zwischenbilanz im Fall Teupitz«, Verlag Matthias Herrndorff, 48 Seiten, 15,80 Euro.

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