Weniger Personal, weniger Service

Der Mitarbeiterabbau in Mecklenburg-Vorpommerns Nationalparks hat Folgen

Die Nationalparks sind anerkannte Schätze Mecklenburg-Vorpommerns, die Tausende Touristen anziehen. Aber die Geldknappheit des Landes ist auch dort klar spürbar.

Prerow. In den Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft und Jasmund auf Rügen hat der stetige Personalabbau inzwischen Auswirkungen auf die Besucher. Gab es 2008 noch 100 Mitarbeiter, seien es heute nur noch 79, sagte Parksprecherin Katrin Bärwald zum Saisonauftakt. »Bis zum Jahr 2020 soll die Zahl von 63 Mitarbeitern erreicht werden.«

An den Führungen, der Umweltbildung und der Gebietskontrolle soll nicht gespart werden. Allerdings könne es bei der Beschilderung oder der Ausstattung mit Informationstafeln zeitliche Verzögerungen geben oder es muss gewartet werden, bis ein Sponsor gefunden werde. Auch sei es schwierig, Besuchern Ausstellungen in der gewohnten Zahl anzubieten. »Hier fehlt uns die Möglichkeit zur Weiterentwicklung«, bedauerte Bärwald. Ein mit Experten besetztes Komitee habe schon vor Jahren angemahnt, dass zur Parkbetreuung mehr Personal nötig wäre.

Im Vergleich zu anderen großen Nationalparks könnten die Parks im Land Mecklenburg-Vorpommern nur über bescheidene Budgets verfügen, erklärte die Sprecherin. Andere Parks seien beispielsweise mit Informationszentren deutlich besser aufgestellt. »Die Umsetzung der Pflichtaufgaben machen wir hier auch, man merkt es bei der Kür wie Ausstellungen oder bei den Eingangsbereichen, was der Besucher deutlich sieht.« Tatsache sei, dass der Nordosten mit seinen vergleichsweise wenigen Einwohnern gleich mit drei Nationalpark aufwarten kann. »Wir wünschten uns, dass es Angelegenheit des Bundes wäre, die Nationalparks als Schatz zu verwalten - dann wäre eine gewisse Gerechtigkeit da.«

Deutliche Anstrengungen gebe es derzeit für die Bedürfnisse von Besuchern mit Handicap. »Wir wollen, dass der Park barrierefrei erlebbar wird«, sagte Bärwald. dpa/nd

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