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Wahlkrimi in Salvador

Juristisches Tauziehen um Ergebnis des Votums

Nach der Präsidentenwahl in El Salvador wittern die Konservativen Betrug. Ihre Petitionen zur Annullierung der Wahl lehnt die zuständige Behörde ab. Ein Sieger steht noch immer nicht fest.

San Salvador. Die Wahlhelfer zählen noch die Stimmen aus, da fechtet die rechtskonservative Partei ARENA bereits das Ergebnis der Wahl in El Salvador an. Präsidentschaftskandidat Norman Quijano hat Petitionen zur Annullierung der Abstimmung und zur Neuauszählung aller Stimmen eingereicht. Die Rechten verwiesen auf eine Reihe von Ungereimtheiten und sprachen von Betrug. Das Wahlamt neige der Regierung zu und sei voreingenommen, hieß es in einer ARENA-Stellungnahme. Das Wahlamt wies die Anträge am Dienstagabend (Ortszeit) umgehend zurück.

Behördenleiter Eugenio Chicas berief sich dabei auf die Verfassung und forderte die verfeindeten Lager zu Besonnenheit auf. Einige strittige Zwischenergebnisse werden nun neu ausgewertet. Der Wahlkrimi zeigt, wie tief gespalten El Salvador mehr als 20 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs noch immer ist. Die eine Hälfte der Bevölkerung steht der Regierungspartei FMLN nahe, die aus der Guerillabewegung hervorgegangen ist. Die andere Hälfte wird von ARENA vertreten, die einst von Mitgliedern der rechten Todesschwadronen gegründet wurde. Nach dem vorläufigen Ergebnis liegt FMLN-Kandidat Salvador Sánchez Cerén 6500 Stimmen vor Quijano.

Internationale Wahlbeobachter hatten die Abstimmung am Sonntag als fair und transparent beschrieben. Er habe keine schwerwiegenden Manipulationsversuche feststellen können, sagte Nicanor Moscoso von der interamerikanischen Union der Wahlbehörden. dpa/nd

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