200 Jahre »Rucksackbayern«

Seit 1814 wird das fränkische Würzburg von München aus regiert, der Freistaat bekam weitgehend die heutige Form

  • Von Sebastian Kunigkeit, Würzburg
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Vor genau 200 Jahren kam Unterfranken zu Bayern - dabei lagen die Sympathien eher bei den Österreichern. Inzwischen hat man sich arrangiert. Doch bis heute fremdeln die Franken im Freistaat.

Nein, friedlich lief es wahrlich nicht ab, als Würzburg endgültig zu Bayern kam. Mit Kanonen rückten die bayerischen Truppen an und beschossen die Stadt, auch die prunkvolle Residenz der Fürstbischöfe blieb nicht verschont. Und auch wenn die Bayern sie von den ungeliebten Franzosen Napoleons befreiten und zwei Jahrzehnte politischer Umwälzungen und kriegerischer Auseinandersetzungen beendeten - das Bombardement verziehen die Würzburger ihren neuen Herren lange nicht.

Am Freitag erinnert ein Festakt an den Anschluss Unterfrankens an Bayern im Sommer 1814, ein Dreivierteljahr nach dem Angriff. Auch Ministerpräsident Horst Seehofer wird erwartet. Die Region hat sich mit ihrem Platz im Freistaat arrangiert. Doch bis heute ist das Verhältnis der früher gelegentlich spöttisch als »Rucksackbayern« bezeichneten Franken zu den Altbayern im Süden nicht frei von Spannungen, Mentalitätsunterschieden und neckischen Sticheleien. »Wir sind d...


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