Werbung

Stadtbahn wird im Sommer gesperrt

Gleise müssen ausgetauscht werden / Schäden sind größer als erwartet

Bei der S-Bahn kündigen sich neue Baustellen an. Mit einer kostenlosen App können sich Fahrgäste besser orientieren.

Auf Fahrgäste der S-Bahn kommen wieder harte Zeiten zu. Weil auf der Stadtbahn zwischen Ostbahnhof und Zoologischer Garten die Gleise verschlissen sind, muss während der Sommerferien eine der wichtigsten S-Bahn-Trassen in zwei Etappen gesperrt werden. Voraussichtlich ab 14. Juli wird zunächst der Abschnitt zwischen Zoo und Friedrichstraße für drei Wochen stillgelegt, danach ebenfalls für drei Wochen die Strecke zwischen Friedrichstraße und Ostbahnhof. Mit Ferienende sollen ab 25. August die S-Bahnen wieder komplett durchfahren.

Ursprünglich waren nur jeweils zwei Wochen Sperrzeit eingeplant worden. Dies hätte zum Austausch der Mitte der 90er Jahre eingebauten Schienen gereicht. Doch dann sei festgestellt worden, dass nicht nur die Schienen ausgetauscht werden müssen, so ein Bahnsprecher. »Auch die Dübel, mit denen sie an der Festen Fahrbahn verbunden sind, müssen gewechselt werden.«

Die Stadtbahn war zwischen 1994 und 1998 komplett saniert worden. Seitdem liegen die Gleise statt in einem Schotterbett in einer Betonwanne, der Festen Fahrbahn. »Dass die Gleise jetzt erneuert werden müssen, ist normal«, sagt der Vize-Chef des Fahrgastverbandes IGEB, Jens Wieseke. »Aber dass jetzt schon konstruktive Teile der Festen Fahrbahn Mängel aufweisen, überrascht. Die sollte 40 Jahre wartungsfrei funktionieren, wurde beim Einbau versprochen.« Jetzt wird die Sanierung aufwendiger, als sei beim Schotterbett sein müsste. 190 000 Dübel müssen gewechselt werden, was zwischen fünf Minuten und zwei Stunden dauern kann.

Täglich bis zu etwa 500 000 Fahrgäste sind täglich auf der Stadtbahn unterwegs. Als Umfahrung der Baustelle wird ihnen die parallel verlaufende Regionalbahn angeboten, deren Gleise bereits 2009 erneuert wurden. Die Bahn will hier mehr Züge einsetzen, außerdem soll ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet werden. Auch die U-Bahn-Linie U 2 bietet sich als Ausweichmöglichkeit an, doch wird dort ab Ende Juni ebenfalls gebaut, was zu abendlichen Sperrungen zwischen Wittenbergplatz und Bismarckstraße führt.

Noch dicker kommt es führ die Fahrgäste auf der Stadtbahn dann im nächsten Jahr. Dann sollen die Schäden an den Gleisanlagen im Hauptbahnhof behoben werden. Zunächst müssen dafür die Fern- und Regionalbahngleise für drei Monate gesperrt werden, anschließend wird der S-Bahn-Verkehr für voraussichtlich zwei Monate zwischen Hauptbahnhof und Friedrichstraße unterbrochen. Eine Zusammenlegung der Arbeiten mit dem Gleisaustausch in diesem Jahr ist laut Bahn nicht möglich. Beim Hauptbahnhof müssten sogenannte Fahrbahnübergänge erneuert werden. »Dabei handelt es sich um Neukonstruktionen, die entwickelt, getestet und zugelassen werden. So weit ist es noch nicht«, so ein Bahnsprecher. Gebündelt hat die Bahn Bauarbeiten im Nord-Süd-Tunnel der S-Bahn. Der sollte ursprünglich im September für das Auswechseln von Weichen gesperrt werden. Das geschieht jetzt erst im kommenden Jahr, wenn auch die Signaltechnik erneuert wird. Dann wird durch den Tunnel allerdings gleich für mehrere Monate keine S-Bahn fahren.

Immerhin können Besitzer von Smartphones und Tablet-Computern sich jetzt besser durch das Baustellenchaos manövrieren. Nach Verkehrsverbund und BVG bietet auch die S-Bahn eine kostenlose App an, die natürlich mehr kann, als nur über Baustellen zu informieren. Mit ihr können Fahrgäste ihre Tour per Telefon planen, dafür gibt es alle S-Bahn-Daten in Echtzeit. Man erfährt also, ob die Bahn pünktlich ist oder man sich Zeit lassen kann auf dem Weg zum Bahnhof. Ein gelber Alarmbutton meldet Störungen und die Ursachen dafür. Die App informiert sogar über gestörte Rolltreppen oder Fahrstühle und darüber, wo sich das nächste WC befindet. Tickets kann ma n allerdings über die App nicht kaufen. Erhältlich ist sie bei Google Play bzw. im Apples App-Store.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln