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Ein Verstoß gegen die Ordnung

Dieter Hildebrands Grab

Auch nach seinem Tod lässt die deutsche Bürokratie Dieter Hildebrandt keine Ruhe. Denn um seinen Grabstein auf dem Neuen Südfriedhof in München gibt es Unstimmigkeiten, für die der Kabarettist sicher bissige Worte gefunden hätte. Der Naturstein, den Hildebrandts Familie für sein Grab ausgesucht hat, verstößt gegen die Friedhofsordnung.

»Das Problem bei dem Stein ist, dass die Rückseite nicht gestaltet war«, sagte die Leiterin der Städtischen Friedhöfe München, Kriemhild Pöllath-Schwarz, am Mittwoch und bestätigte einen Bericht der Münchner »tz«. »Da war ich erst mal baff«, sagte Hildebrandts Witwe Renate der Zeitung. Lange habe die Familie nach einem geeigneten Stein gesucht. »Da standen wir plötzlich vor diesem wunderschönen Marmorstein aus Portugal und haben gesagt: Das ist Dieter! Mit diesen Ecken und Kanten. Nicht glattpoliert. Wunderbar«, berichtete sie.

Doch die Familie hatte die Rechnung ohne die Münchner Friedhofsverwaltung und die Friedhofsordnung gemacht. Die besagt nämlich, dass Natursteine dann, wenn der Grabstein an einem Weg liegt und die Rückseite sichtbar ist, von allen Seiten bearbeitet sein muss. »Es handelt sich um ein repräsentatives Anlagegrab«, sagte Pöllath-Schwarz. Und dafür gelten »besondere Gestaltungsvorschriften«. Man habe die Familie darum gebeten, nach einer Lösung zu suchen - und diese auch gefunden. Auf der Vorderseite ist ein Lebensbaum eingraviert, dessen Blätter nun auch auf der Rückseite zu sehen sein sollen. »Damit kann ich leben«, sagte Renate Hildebrandt der »tz«. »Zumindest bleibt das Kantige erhalten.« dpa/nd

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