Geraubte Kindheit

Peter Abrahams erinnert sich: »Als ich das Spielen verlernte«

  • Von Sabine Neubert
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Eigentlich hat der Ich-Erzähler dieses Romans das Spielen so gut wie nie wirklich lernen können. 1936, im Jahr der Olympiade, geboren als Sohn eines Antifaschisten und einer um ihr Leben betrogenen, zärtlichen Mutter mit bescheidenen kleinbürgerlichen Wünschen, ist ihm die Kindheit von Anfang an geraubt worden. Der Roman schildert offensichtlich viel Selbsterlebtes. Ob Peter Abraham einer größeren Sicht auf die damalige Zeit wegen den eigenen Erinnerungen später Gehörtes, Berichtetes und Gelesenes hinzugefügt hat, weiß man nicht genau, es ist aber auch zweitrangig, denn die Erinnerungen sind erzählenswert. Natürlich, es gibt viele Bücher über die Zeit zwischen beginnendem Nationalsozialismus, Krieg und Nachkriegszeit bis etwa 1952. Aber, bedenkt man’s genau, stammt vieles aus zweiter Hand, ist längst nicht so authentisch und zugleich so spannend geschildert.

Dazu kommt, dass in der Kindheit des Peter Abraham, der zeitweise sog...


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