In die Falle getappt

Raubkatzen in freier Wildbahn zu zählen, ist knifflig. Schweizer Forscher erproben beim Luchsmonitoring in den Alpen verbesserte Zählmethoden. Ergebnis: Bisherige Schätzungen der Bestände scheuer Raubkatzen waren oft allzu optimistisch

  • Von Kai Althoetmar
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Einzelgängerische Raubkatzen wie Tiger, Jaguar oder Luchs sind wie Phantome der Wälder. Ihre Bestände halbwegs zuverlässig zu ermitteln, ist ein kniffliges Suchspiel. Seit Jahren erleichtern automatische Kamerafallen den Forschern die Erfassung von Tierpopulationen.

Um Zahlen zum Vorkommen von Luchs & Co. zu erhalten, müssen die Fotos der Kamerafallen es ermöglichen, die individuellen Tiere auf den Fotos voneinander zu unterscheiden. So wird kein Tier doppelt gezählt. Bei Arten wie Luchs, Tiger oder Leopard, die einzigartige Fellmuster haben, ist das gut möglich. »Capture Recapture« (CR) nennen Forscher die Methode, »Fang und Wiederfang« - per Foto. Auf solchen einfachen CR-Modellen fußten bislang die meisten Untersuchungen zur Populationsdichte von Raubkatzen.

Für Forscher ist es eine Sisyphosarbeit, in den riesigen Streifgebieten der Katzen genügend Kamerafallen an Bäumen zu befestigen und die Fotos später auszuwer...

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