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Blutbad im Luxushotel - Talibanterror in Kabul

Insgesamt 13 Menschen starben bei einem Überfall in der afghanischen Hauptstadt / Ausländer unter den Toten

Vor zwei Monaten war ein bei Ausländern beliebtes Restaurant in Kabul Ziel von Attentätern. Nun schlugen Taliban im Restaurant eines Luxushotels in der afghanischen Hauptstadt blutig zu.

Kabul. Bei einem Taliban-Angriff auf ein Luxushotel in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind insgesamt 13 Menschen ums Leben gekommen. Bei dem Überfall auf das Restaurant des Hotels »Serena« hätten die Bewaffneten neun Menschen getötet, teilten die Behörden am Freitag mit. Spezialkräfte hätten alle vier Angreifer erschossen. Unter den Opfern seien fünf Afghanen und vier Ausländer - ein früherer Diplomat aus Paraguay sowie Bürger Kanadas, Neuseelands und Pakistans.

Die Umgebung des Hotels, in dem viele Ausländer - Diplomaten und Wahlbeobachter - untergebracht sind, wurde nach dem Angriff am späten Donnerstagabend weiträumig abgesperrt. Die Täter hatten die Pistolen nach Angaben der Behörden offensichtlich in ihren Socken in das Restaurant geschmuggelt.

Die Taliban bekannten sich später zu dem Angriff, der nach ihrer Darstellung gegen afghanische Behördenvertreter gerichtet war, die das Persische neue Jahr mit Alkohol begrüßt hätten. Der Anschlag ereignete sich nur wenige Wochen vor der Präsidentenwahl am 5. April.

Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP war unter den Opfern des Anschlags auch einer ihrer wichtigsten Mitarbeiter in Kabul. Der 40 Jahre alte Journalist Sardar Ahmad sei zusammen mit seiner Frau und zwei seiner Kinder erschossen worden, hieß es. Das dritte Kind des Paares wurde lebensgefährlich verletzt. Sardar Ahmad habe seit 2003 für das AFP-Büro in Kabul gearbeitet und sei eine der Säulen des Teams gewesen, schrieb die Agentur. Der Afghane sei vor allem für seine Expertise in Sicherheitsfragen und für seine Reportagen bekannt gewesen.

Bei einem Anschlag der Taliban auf ein bei ausländischen Diplomaten beliebtes und stark gesichertes Restaurant waren am 17. Januar in Kabul mehr als 20 Menschen gestorben, darunter zahlreiche Ausländer.

Am Donnerstag waren zudem beim Anschlag eines Selbstmordkommandos auf die Polizei in der ostafghanischen Stadt Dschalalabad insgesamt 18 Menschen ums Leben gekommen. Darunter seien zehn Polizisten, ein Zivilist und sieben der Angreifer, teilten die Behörden der Provinz Nangarhar mit. Zu der Tat bekannten sich die Taliban. Agenturen/nd

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