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Britischer Geheimdienst droht »Guardian« mit Schließung

Vize-Chefredakteur berichtet über Einschüchterungsversuche wegen Snowden-Enthüllungen

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Dublin. Im Streit um die Veröffentlichung der Dokumente des US-Whistleblowers Edward Snowden, hat die britische Regierung der Zeitung »Guardian« mit der Schließung gedroht. Dies gab der stellvertretende Chefredakteur der Zeitung, Paul Johnson, am Dienstag während einer Konferenz in Dublin bekannt.

Johnson zufolge seien Geheimdienstmitarbeiter in die Redaktion eingedrungen und hätten verlangt, die Veröffentlichung von geheimen Dokumenten über britische und amerikanische Überwachungsprogramme zu stoppen. »Uns wurde gedroht, dass man uns schließen könne. Wir wurden beschuldigt die nationale Sicherheit und Menschenleben zu gefährden«, sagte Johnson auf der jährlichen Konferenz europäischer Radiostationen, »Radiodays Europe«.

Allein die Bedrohung durch Geheimdienste, so Johnson, habe zudem massiv die Redaktionsarbeit beeinträchtigt. Redakteure hätte aus Angst, abgehört zu werden, nicht mehr normal miteinander kommunizieren können. »Es war die schwierigste Story, der wir uns jemals gewidmet haben. … Wir konnten uns nur noch mit Verschlüsselungssystemen verständigen«, sagte Johnson.

Die linksliberale Tageszeitung »Guardian« ist verantwortlich für den Großteil der Enthüllung über die internationalen Spionageaktivitäten amerikanischer und britischer Geheimdienste und war aufgrund dessen bereits mehreren Einschüchterungsversuchen britischer Behörden ausgesetzt.

So drohte auch das Büro des britischen Premiers, David Cameron, mit der Schließung der Zeitung. Der Tiefpunkt der Repressionen ereignete sich am 20. Juli letzten Jahres: Im Keller des Redaktionsgebäudes zwangen Geheimdienstmitarbeiter damals Redakteure der Zeitung, Datenträger und Computerhardware mittels Flex und Bohrmaschine zu zerstören. nd-fak

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