Lose Kanonen in der Ukraine

Niemand will Krieg - doch zu viele stolpern besinnungslos über seine Vorfelder

  • Von Jürgen Reents
  • Lesedauer: ca. 7.5 Min.

Mit Georgien hatte Russland 2008 Krach, jetzt mit der Ukraine. Aus beiden Ländern kam keineswegs nur Gutes über Moskau. Stalin war Georgier, Leonid Breschnew wurde nach heutigen Staatsgrenzen in der Ukraine geboren. Aus der Ukraine kamen auch Woroschilow und Podgorny, als Vorsitzende des Obersten Sowjets beide Staatsoberhaupt. Bei Chruschtschow streiten sich die Gelehrten: Mal gilt er als Ukrainer, mal als Russe. Geboren wurde er in einem russischen Grenzdorf, arbeitete in der Ukraine und begann dort seine Parteikarriere, bevor er in die obersten Kreise nach Moskau rückte. Lässt man ihn als »halben Ukrainer« durchgehen, so kann man sagen: Die Staats- und Parteiführung im Kreml war die meiste Zeit georgisch und ukrainisch gelenkt, die wenigste Zeit in russischem Griff.

Das war früher nicht von Belang. Das Land hieß Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, seine Einwohner Sowjetbürger. Die westlichen Kreml-Interpreten hat das...


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