Die Lehren gelten nicht mehr

Eine Friedenskonferenz im Europäischen Parlament 100 Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges fragt, wie der Militarisierung der EU zu begegnen sei

  • Von Stephan Fischer
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

In Flandern ist der Frühling eingezogen. Blühendes Grün bricht heraus, in der Luft liegt der schwere Geruch gedüngter Äcker. Alles atmet Leben. Und doch ist der Tod allgegenwärtig auf Flanderns Feldern. Von einem Friedhof kann man zum nächsten schauen, eine ganze Generation junger Männer liegt hier begraben. Ein schlichtes Feld, vielleicht 30 Quadratmeter groß am Ortsrand von Langemark, eine Metalltafel davor: »Hier ruhen 24 917 deutsche Soldaten. 7977 blieben unbekannt.« Die Toten auf den Schlachtfeldern um Ypern sind bis heute ungezählt, auch 2014 finden Bauern auf ihren Feldern in der Gegend um Ypern jeden Tag Gebeine und Munitionsreste. Zu erfahren ist das von einer Führerin, am zweiten Tag einer internationalen Friedenskonferenz Anfang März zum Ausbruch des ersten Weltkrieges vor 100 Jahren.

Ein Jahrhundert nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, des »Krieges zur Beendigung aller Kriege«, ist die Frage von Krieg und Fri...


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