Für die ganze Menschheit

Syriens kulturelles Erbe droht der Zerstörung durch Krieg und Fanatismus zum Opfer zu fallen

  • Von Karin Leukefeld, Damaskus
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Abu al-Alaa al-Maari gilt als einer der größten arabischen Dichter. Geboren wurde er als Ahmad bin Abdullah bin Suleiman im Jahr 973 in dem kleinen Ort Maaret al-Numan in der syrischen Provinz Idlib, die damals zum Reich der Abbasiden gehörte. Abu al-Alaa ist als scharfer Kritiker jeder Art von religiösem Fanatismus bekannt, wofür ihn die Bürger seiner Geburtsstadt vor etlichen Jahren mit einer Statue ehrten.

Bewaffnete Gruppen, die seit nunmehr drei Jahren um die Macht in Syrien kämpfen, überrannten und «befreiten» den kleinen Ort Maaret al-Numan im Februar 2013. Einer ihrer ersten «Befreiungsschläge» in dem kleinen Ort galt der Dichterstatue, der sie den Kopf abschlugen. Sie durchsiebten den Rumpf der Statue mit Kugeln, fotografierten ihr Werk und verteilen zur Warnung die Fotos an die Bevölkerung. Eine Zeitung kommentierte das Geschehen mit einem Satz aus dem umfangreichen Werk des Dichters, der ungefähr so lautet: «Es gibt...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.