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Sie nennen es Sterbehilfe

Anmerkungen zu einer Debatte, die in einem durch und durch ökonomisierten Umfeld stattfindet

  • Von Werner Rätz
  • Lesedauer: ca. 7.5 Min.

Können in einer kapitalistischen Gesellschaft Entscheidungen über den Tod von Menschen frei von Kostenkalkülen bleiben?

Die Debatte um das, was in Deutschland meist verschämt als (passive oder aktive) »Sterbehilfe«, im internationalen Diskurs in der Regel als »Euthanasie« bezeichnet wird, hat verschiedene Stränge. Ohne den Anspruch, der Komplexität der Angelegenheit wirklich gerecht zu werden, sondern lediglich zu dem Zweck, die Argumentation ein wenig zu ordnen, möchte ich drei Linien unterscheiden.

Da ist zunächst die Frage der Autonomie. Sie prägt die meisten aktuellen Stellungnahmen zur Euthanasie, insbesondere die zustimmenden. Vor allem grenzt sie sich in zwei Richtungen ab, zum einen gegen eine oft von kirchlicher, insbesondere römisch-katholischer Seite behauptete unbedingte Pflicht zum Weiterleben bis zu einem angeblich natürlichen Ende (Selbstmord als Sünde). Zum anderen unterstellt sie vor allem dem Medizinbetrieb eine Tendenz der »künstlichen«, ja teilweise fast gewaltsamen Lebensverlängerung oder -erhaltung. Die Vorstellung unbegre...


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